Familie Rieck


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1970 bis 1990

Lebensläufe

Da die Wohnsituation immer schlimmer wurde haben wir uns vorgenommen uns eine neue Wohnung zu besorgen. Zuerst kamen wir auf die Idee bei der Gemeinde Wien eine Wohnung zu beantragen.

Die Erste Frage des Beamten war. " HABEN SIE KINDER?"

Da wir uns vorgenommen haben und auch gegenseitig damit voll einverstanden waren, dass wir keine Kinder bekommen war es nun schon wieder vorbei mit dem Traum vom billigen wohnen. Außerdem finde ich die Frage des Beamten saublöd.
Jedes Tier baut sich zuerst ein Nest dann bekommt es Nachwuchs, wir als denkende Menschen sollen es umgekehrt machen?????

Nun klapperten wir alle nur möglichen Genossenschaften ab. Überall nur Absagen. Eine Möglichkeit wäre gewesen im 14.Bezirk in Hütteldorf in der Rosentalgasse. Aber die waren viel zu teuer.
Nun wurden wir von der Wohnungsberatung der Stadt Wien an die GESIBA verwiesen. Da hatten wir Glück den die bauten gerade in der Nähe des Krankenhauses eine Wohnanlage. Wir liesen uns alles durchrechnen und kamen zu dem Entschluss wir schlagen doch zu auch wenn der Zins über 3000 Schillinge war. So nahmen wir uns einen Kredit für den Baukostenzuschuss auf. Und im OKTOBER 1978 war es dann soweit wir hatten plötzlich eine 94qm große Wohnung. Endlich mit eigenen Bad und mit eigenen WC und einen Katzensprung vom Dienstplatz entfernt. Es war ein Genuss endlich Platz zu haben. Die Einrichtung bestand nur aus geschenkten Möbeln und geschlafen haben wir auf Schaumgummimatratzen am Fussboden.
Unsere Wohnung besteht aus Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Bad, WC, Küche und Wohnzimmer und Balkon (den wir jedoch nie benützen können denn auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist eine Tankstelle mit Autowaschplätzen, der ganz feine Sprühregen bringt uns den ganzen Schmutz und das Öl auf den Balkon und die sehr großen Kippfenster).
Auf dem Balkon hatte ich eine Zeit sechs Zuchtrosenstöcke stehen. Zwei Jahre haben sie gehalten dann sind sie von dem Dreck und Öl eingegangen. Die Rosenblätter waren ganz schwarz ebenso die Balkonfliesen. Die Fenster muss meine Frau immer mit Meister Propper Pur vorwaschen dann mit PRIL und zuletzt mit dem Alkoholspray. Dann endlich sieht man wieder raus.
Die Anordnung der Küche die offen ins Wohnzimmer übergeht ist auch eine Katastrophe da man trotz der wenig funktionierenden Zentralen Entlüftung den ganzen Küchendunst und Geruch in der ganzen Wohnung hat. Eine Dunstabzugshaube darf nur Umluft sein und nicht an die Abluft angehängt da die Absaugung von Dach aus zu gering ist. Im Bad und im WC hatten wir extreme Schimmelbildung. In der Wohnung hat es trotz abgedrehter Heizungen oft mehr als 34 Grad. Ganz einfach erklärt wir haben ein Einrohrsystem und keine Thermostatmöglichkeit.
Die Rohre laufen quer durch die Wohnung. Mann kann auf den Vorzimmerfliesen Barfuß gehen ohne sich zu verkühlen. Der einzige Raum der am kühlsten ist das Schlafzimmer. Hier habe ich aber Tag und Nacht Sommer und Winter bei abgedrehter Heizung das Große Fenster gekippt. Sonst könnte ich nicht schlafen.
Wenn wir nicht quer durchs Vorzimmer eine Holzwand mit Türe eingebaut hätten wäre man sofort im Wohnzimmer gestanden. Das Haus ist ohne Kamin für eine Heizung. An und für sich ist unser Haus ein Paradestück von einem total verbauten Haus. Beginnen wir im Keller. Die Tiefgarage ist nur eine Etage und bietet 70 Autos Platz bei 200 Wohnungen. Die Kellerabteile sind so klein, dass manche Leute ihre Sachen in der Wohnung aufheben müssen. Die Wohnungen im Parterre sehen auf eine Böschung und sind sehr finster wenn die Bäume des Gartens belaubt sind. Man kann die Anlage nicht als Garten bezeichnen. Es sieht wie in einer Steppe aus.Gelegenlich ein kleines Areal wo Gras wächst. Dafür haben wir absolut glatt asphaltierte Wege. Die Steinplatten mussten entfernt werde da sonst die Kinder nicht Skatboard fahren können.
Im Parterre ist auch ein überdachter Kinderspielplatz. Eher als Raucherquartier gedacht. Der Raum wurde schon x Mal Renoviert aber immer wieder mit Gewalt devastiert. Im ganzen Haus bis in den 7. Stock gibt es keine Brandschutztüren.
Im Parterre, 3. und 6 Stock sind die Stiegen miteinander verbunden.
Wir hatten schon zweimal einen Brand und haben festgestellt dass das Verqualmen des Hauses sehr rasch ist. Die Substiegen sind so eng, dass die Rettung nicht mit den Tragbahren durch kommen kann. Die Aufzüge sind so eng dass zwei wohlbeleibte Personen schon eng beisammen stehen müssen.
Außerdem zahlen alle den Aufzug obwohl nur ein kleiner Teil den Genuss des Aufzuges für sich hat.
Und das Top des Hauses ist das Schwimmbad am Dach im 7.Stock. Nur darunter sind Wohnungen. Sie können sich nun vorstellen wie die Lärmbelästigung ist wenn die Kinder oder auch Erwachsenen ins Becken springen. Das ist wie eine Wasserbombe im U-Boot-Krieg. Das Bad ist rund um die Uhr offen, was Leute wieder nicht hindert auch nach 22 Uhr baden zu gehen, und Saufgelage oben zu feiern, und dann die leeren Flaschen auf die darunter liegenden Terrassen der Wohnungen zu werfen. Von den Zigaretten ganz abgesehen.
Nun wieder zu den wichtigen Dingen.
Zu dieser Zeit war ich schon nicht mehr bei der Bahn.
Ich habe im Akh auf der Unfall Chirurgie als Op Gehilfe begonnen.
Plötzlich habe ich gehört, dass auf der Psychiatrie Stationsgehilfen gesucht werden habe ich mich sofort gemeldet und auch raschest dorthin versetzt,
Ich kam auf die Aufnahmestation B12. Es war die härteste Station.Man muss bedenken, dass diese Station noch im alten Haus war. Die Einrichtung lies sehr zu wünschen übrig. Im ersten Saal lagen alle delliranten Alkoholiker. Es roch furchtbar nach Paraldehyd, welches die Patienten rektal bekommen haben. Das waren 250ml in einer Alexanderspritze durchs Darmrohr. Diese Station war die interessanteste. Man konnte hier viel lernen weil wir alle Akutpatienten live bekommen haben. Schizo im Schub, oder Maniker, Rauschgiftsüchtige, Katatoniker, und und..... Die ganze Palette der Psychiatrie war akut vertreten.
Wenn die Alkoholiker aus dem Delirium heraus waren kamen sie dann automatisch auf die Baumgartner Höhe. Außerdem wurde jedem Sturz im Rausch sofort Liquor (durch Lumbalpunktion) abgenommen und zu sehen ob irgendwelche Schädelblutungen vorhanden sind. Fällt heute weg da man die CTs oder MR hat.
Jetzt wurde mir plötzlich von der Direktion mitgeteilt, dass ich die Stationsgehilfen Schule im 2.Bildungsweg nicht im AKH machen kann sondern ich muss mich auf die Baumgartner Höhe versetzen lassen.
Da ich willig war diese Weiterbildung auch zu machen lies ich mich auf die Baumgartner Höhe versetzen.
Hier kam ich sofort auf den Schulpavillon 4. Hier herrschte absolute strenge Hierarchie. Oberpfleger- Stationspfleger- Therapiepfleger- Lehrpfleger-Diplom Pfleger- Diplom Schüler, Stationsgehilfe- Stationsgehilfen Schüler.
Das war für mich ein Horror weil es wirklich strengstens eingehalten wurde und es kein freundliches Wort gegeben hat, nur Befehle und ja keine Wiederrede weil man ja an der letzten Stelle dieser Leiter stand.
Ich wurde aber bald nach ein paar Monaten auf den
Pavillon 8 (Alkoholiker) versetzt. Die Arbeit war leicht weil die meisten ja mobil waren. Einzig die Betten mussten wir gelegentlich machen. Was auf der einen Seite locker und leicht aussah war auf der Anderen Seite wieder anstrengend.
Man musste aufpassen, dass kein Patient zu den Einzelzellen ging. Denn dort war es oft so, dass sich Patienten Alkohol bringen liesen und dann diesen an einer Schnur in den Pavillon gezogen haben. Dies war dann böse weil plötzlich ein betrunkener Patient da war. Mann musste auch Patienten visitieren die von außen in den Pavillon kamen. Nicht selten haben Patienten versucht Cola Rum, oder Almdudler mit Wein, herein zu schmuggeln. So mussten wir an jeder Flasche die in den Pavillon gebracht wurde schnuppern was drinnen ist. Wenn etwas gefunden wurde mussten zwei Pfleger das Delikt feststellen und den Alkohol vor dem Patienten in den Ausguss des Waschbeckens leeren. Eine harte Zeremonie.
Aber es gab Patienten die konnten es nicht lassen obwohl sie wussten das wir kontrollieren.
Auf dieser Abteilung wurden sehr viele Blutabnahmen gemacht. Es gab noch keine Einwegspritze und auch keine Einmalnadeln. Somit musste alles gewaschen und geputzt werden. Im Zuge solch einer Arbeit habe ich mich des Öfteren gestochen mit den benutzten Nadeln. Lange Zeit war nichts aber nach einem dreiviertel Jahr wurde ich ins Spital eingewiesen mit Verdacht auf Magenblutung.
Ich wurde sofort ordentlich untersucht und es kam der Internist wegen der Operationsfreigabe. Diesem fiel meine komische Hautfarbe auf und meinte er sehe mich Morgen in der Früh bei Tageslicht an.
Am Morgen um 8 Uhr hieß es dann keine OP. Sondern sofort Leberwerte abnehmen Verdacht auf Hepatitis. Gegen Mittag hieß es das Ganze noch einmal da man so hohe Werte gefunden hat, dass man an einen Fehler dachte.
Nachmittag war es dann gewiss die sehr hohen Werte stimmen absolut. Ich wurde in den nächsten Tagen dunkel Gelb fast Ocker. Die Augen waren Orange. Nun bekam ich alles was gut und teuer zu dieser Zeit war. Tachostiptan, Klauden, Reptilase Konakion alles wurde mir gespritzt manche Dinge zweimal am Tag. Die Infusionen noch dazu. Jedesmal neu stechen da es keine Venflon oder Butterflys gegeben hat. So lag ich fast drei Monate im Krankenhaus.
Dann war ich noch lange im Krankenstand.
Eine Anzeige bei der AUVA wurde gemacht. Es kam zu einer Verhandlung. Ergebnis:
"Folgenlos abgeheilt." Obwohl meine Leberwerte noch immer relativ hoch waren. Aber wie kann man gegen einen Gutachter ankämpfen??

Ich war mehrere Monate im Dienst da hat mich ein Schizopatient in einem Raptus (Angstanfall) auf die alte eckige kantige Gusseiserne Waschmuschel gestoßen. Nun war ich sieben Monate im Krankenhaus auf der Neurologie. Ich fuhr schon im Rollstuhl.
Habe nicht mehr geglaubt jemals wieder aus dem Rollstuhl raus zu kommen. Aber so ein Stehaufmännchen wie ich bin habe ich das auch gut überstanden.


Wieder eine Verhandlung. Gutachter meint, dass ist ein arger Ischiasanfall gewesen durch Verkühlung.
Einzig die beiden Unfälle werden bei eine vorzeitigen Pensionierung als Berufskrankheit anerkannt. Zahlung einer Unfallrente wird abgelehnt. Einstufung der Erwerbsverminderung zwei Punkte unter dem Punkt ab dem eine Zahlung erfolgen müsste. Wieder ein Gutachter.

Nun wurde ich vom
Pavillon 8 auf den Pavillon 21 versetzt. Alles Frauen und Mädchen von 15 bis 100 Jahren. Die Schwestern des Pavillons waren glücklich endlich Männer auf den Pavillon zu bekommen. Jeden Tag alle Patienten baden. Das heißt raus aus dem Bett. In das Bad und dort in die alten tiefen Badewannen, dann wieder raus abtrocknen und wieder ins Bett bringen. Wir kamen uns oft vor wie Kräne. Unsere Patientinnen waren zum Großteil sehr wohl genährt und haben locker 100 Kg auf die Waage gebracht.
Nun kamen auch die absolut ungewohnten Dinge einer Frauenstation. Wenn die Mädels und Frauen ihre Tage hatten mussten wir auch die Intimpflege übernehmen. Zuerst hat mir gegraust davor aber mit der Zeit wurde das Ganze eine Routine. Wir hatten ja auch Patientinnen die nicht schwer geistig geschädigt waren und die haben uns manches Mal schon ins Schwitzen gebracht.
Frage einer Patientin lauthals:
"Herr Pfleger haben sie sich schon satt gesehen oder bekommen sie noch Gefühle wenn sie eine nackte Frau sehen".
Antwort musste Prompt kommen. Ich sagte wie aus der Pistole geschossen: "Wenn ich den Pavillon betrete bin ich ein geschlechtsloses Wesen". Das hätte ich nicht sagen dürfen. Meine Oberschwester wollte gerade ins Bad gehen als sie das gehört hat. Plötzlich lautes Gelächter. Meine Oberschwester die Stationsschwester und noch eine Kollegin haben das gehört. Plötzlich hieß es "unser geschlechtsloses Wesen kommt".
Was hätte ich sonst sagen sollen. Es waren harte Jahre auf diesen Pavillon.

Ich habe mit meiner Gattin die am Nachbarpavillon gearbeitet hat den Kurs gemeinsam gemacht und auch mit Erfolg abgeschlossen.
Zur Belohnung wurde ich auf den Pavillon 23 versetzt. Dieser Pavillon war der Pavillon der Abteilung für geistig abnorme Rechtsbrecher mit Justizbewachung.
Hier war es ein sehr gutes vorzügliches Arbeitsklima. Es war auch notwendig man musste sich Jeder auf jeden kompromisslos einstellen und verlassen können. Es gab sehr oft sehr heikle Situationen.
Die obersten Gebote hießen: Nie einen Schlüssel stecken lassen, nie einen Schlüssel einem Patienten geben. Immer ordentlich zweimal zusperren. Nie mit einem Patienten Alleine im Haus herumgehen. Immer jemanden der sich ins Stiegenhaus begibt sichern bis er Unten oder Oben angekommen ist und wieder versperrt hat. Nie Alleine auf die Sicherheitsabteilung gehen. Immer zu Zweit mit Justizbegleitung. Nie Alleine mit Patienten im Hof sein.
Bei Ausgängen mit einem Patienten diesen nie aus den Augen lassen auch wenn er aufs Klo muss, soll man dabei bleiben.
Wenn die Alarmanlage schrillt und leuchtet sofort sich auf die Alarmgebende Ebene begeben. Ein Mann bleibt bei den Patienten. Solange der Alarm nicht aufgehoben ist haben Patienten nichts außerhalb der Abteilung verloren.
Nie den großen Helden spielen warten bis Verstärkung anwesend ist.

Leider ist erst vor einigen Monaten ein böser Zwischenfall auf diesem Pavillon gewesen. Hervorgerufen durch eine Ärztin oder Psychologin die sich nicht daran gehalten hat und alleine auf die Sicherheitsabteilung ging. Der Pfleger der ihr zu Hilfe eilen wollte und dann schwerst verletzt wurde ist auch ALLEINE auf diese Abteilung gegangen und hat den Helden gespielt.
Mir selbst ist es noch gut in Erinnerung als sich unsere Oberärztin einen schwerst gestörten Mörder (Schizoid)alleine in ihr Zimmer in den zweiten Stock mitnahm.
Der Patient hat die Oberärztin gewürgt, wir haben die Schreie gehört. Und jetzt wäre etwas Fatales gewesen. Die Oberärztin hat für ihr Zimmer ein eigenes Schloss wo wir Pfleger nicht sperren konnten. Nur der Oberpfleger und Primarius hat dort hinein gekonnt. Ich aber hatte einen Schlüssel den ich durch Zufall hatte es war ein Generalschlüssel. Ich habe dass niemanden erzählt als ich drauf gekommen bin. Ich habe sofort aufgesperrt und den Patienten weg gerissen.
Mir blieb der Schlüssel weiter ohne Kommentar.
Nur muss ich immer wieder bestätigen Patienten (Schizoid) im Schub bekommen übernatürliche Kräfte.
Ich glaube der Patient hat aus zwei Gründen losgelassen. Erstens war er selbst erschrocken, dass ich plötzlich dagestanden bin, Zweitens er hat mich erkannt.
Ich habe oft mit den heikelsten Patienten nie Probleme gehabt. Ich bin mit einem sehr verschrienen Patienten mehrmals auf Konsilarbesuch in ein anderes Spital gefahren. Mir ist er nie geflohen. Zwei Andere Pfleger haben ihn nicht genau beachtet denen ist er Justament davon gelaufen.
Oder ein zweiter Patient der ein Selbstverstümmler war hat immer bei mir gebeichtet was er wieder angestellt hat. Ich bin zu ihm ins Spital zur Bewachung gefahren. Bei den Anderen gab es wilde Szenen die ich hier gar nicht beschreiben will. Bei mir war er der bravste Patient und ist immer streng neben mir gegangen. Nicht vor und nicht hinter mir. Einmal hat er es versucht. Aber ich bin ihm auf die Ferse getreten und er wäre bald mehr geflogen als gelaufen. Seitdem gab es nur Musterausgänge.
Ich bin sogar mit einem mehrfachen Mörder in Zivilkleidung zu einem Begräbnis gefahren ins Burgenland es gab keine Probleme.
Meine Gattin und ich wir hatten eine kurze Zeit den gleichen Radl Dienst so, dass wir miteinander in den Dienst fahren konnten. Die Oberschwestern hatten sich untereinander es so ausgemacht.
Nun war es dann eines Tages aus damit.
So sind wir Jahrelang wie Sonne und Mond gewesen.
Der Eine ging in den Dienst der Andere kam vom Dienst. Gelegentlich hatten wir einen oder zwei Tage im Monat wo wir gemeinsam zu Hause waren. Der einzige Vorteil dieser Diensteinteilung war man freute sich wenn man sich sah.
Nun hörten wir, dass man nach einer bestimmten Zeit als Stationsgehilfe ansuchen konnte um die Zulassung zur Ausbildung zum Diplom Pfleger. Wir haben dies sofort wahr genommen. Jedes Jahr haben wir das Gesuch abgegeben. Dreimal wurden wir nicht genommen. Es gab immer wieder Ausreden. Nach dem dritten Versuch platzte mir der Kragen und ich setzte alle meine Kontakte in Bewegung bis hin zum Landtagspräsidenten den ich von den Parteisitzungen her gekannt habe.
Es kam der Tag der Aufnahmekommission.
Als ich dran kam hieß es plötzlich Gattin ja aber ich nicht. Da ich angeblich eine schlechte DIENSTBESCHREIBUNG habe. Ich habe diese aber selbst gesehen und auch unterschrieben. Mein Oberpfleger war ein Ehrenmann der nicht heimlich im Kammerl etwas geändert hätte was ich vor ihm unterschrieben habe. Dann hieß es plötzlich wir müssten noch warten die Kommission tritt nochmals zu einer Beratung zusammen. Ich habe jedoch verkündet entweder Beide oder keiner.
Zwei Stunden bangen waren nun vorbei und plötzlich durften wir beide Gnadenweise den Kurs besuchen. Die Freude war groß.
Wir wussten aber, dass es auch hieß jetzt in den sauren Apfel beißen. Keine Vergnügungen, kein Fernsehen, nur lernen lernen und wieder lernen.



Die Schule war im Kaiserin Elisabeth Spital im 15.Bezirk in der Hugelgasse.

Da ich in diesem Krankenhaus Pav. Bettina geboren wurde, nahm ich es als gutes Ohmen hier die Schule machen zu dürfen. Gina und ich wir saßen in der letzten Reihe nebeneinander.
Der erste Kontakt mit der Schuloberin war sehr gut. Sie strahlte eine Ruhe aus und gab sich auch als guter Geist und Mutter aus. Sie war es auch.
Man konnte mit jedem Weh Wechen zu ihr kommen. Sie fand immer eine Lösung.

Wir waren außerdem der Erste 2.Bildungswegskurs in Ihrer Schule.
Es ging gleich heiter los. Wir hatten fast keine Luft zu atmen so war der Stundenplan gepresst. Die Fächer waren auch nicht ohne. Wir hatten in jedem Fachgebiet der Medizin eine Prüfung und auch im Sanitätsrecht, Sozialrecht, Hygiene, und .........
Nun ging es los. Anatomie, Physiologie und Pathologie. Die letzteren Zwei alles Spanische Dörfer. Aber da ja im Körper alles zusammenhängt und auch zusammenspielt musste man nur logisch denken und kam auf vieles drauf. Außerdem waren wir ja alle auch alte Hasen die ja schon alle mindestens 7 bis 8 Jahre am Krankenbett gearbeitet haben. Es waren alles ältere Männer und Frauen die unseren Kurs besucht haben aus den verschiedensten Spitälern.
Die Vortragende in diesen drei Elementarfächern war Frau Primaria Schmalzer.
Von den jungen Kolleginnen der normalen Schulklassen haben wir die bösesten Meldungen über die Strenge und Pingelichkeit der Frau Primaria gehört.
Es stimmt wohl, dass Frau Primaria streng war, weil ihre häufigen Worte waren " und wenn sie mir das nicht sagen können fallen sie durch" oder wenn sie mir einen Patienten umbringen weil sie etwas nicht wissen fallen sie auch durch"
Somit haben wir uns diese Stellen ihres Vortrages extra rot angestrichen. Das erste Jahr war hart wir haben einmal in 10 Wochen 12 Prüfungen gehabt. Man hat das eine Skriptum noch nicht weggelegt war schon das nächste Fach dran.

Ich wurde zum Klassensprecher gewählt. Ganz einfach erklärt. Niemand von meinen Kollegen wollte sich exponieren und mit dem Lehrschwestern feilschen um Skripten und andere Unterrichtsunterlagen.
Oft musste ich mehrmals nachfragen wegen Skripten. Oder ich Selbst stand nach der Schule beim alten Kopierer und kopierte Skripten für meine Kollegen
.
Neben der Schule machten wir auch Dienst und mussten auch auf bestimmten Abteilungen PRAKTIKA absolvieren.
Nun war es aber so, dass wir im Psychiatrischen Krankenhaus als Stationsgehilfen nie einen Hauptdienst machen durften, schon gar nicht Therapie.
Das war ein großes Manko. Immer wieder wurde in unseren Beurteilungen dies bemängelt. Aber wir machten wieder alles wett in dem wir uns in der Betreuung der Patienten bemühten und einen guten Umgang mit Patienten zeigten.
Hier war uns wieder das Einfühlungsvermögen welches in der Psychiatrie notwendig war unser großes Plus. Man konstatierte uns, dass wir mit Älteren leicht verwirrten Patienten viel besser umgehen konnten als das Stammpersonal.
Auf der Kinderabteilung waren bei den Schwestern der Abteilung die Kinder oft wie ausgewechselt wenn ich im Dienst war.
Die drei Jahre sind rasch um gewesen weil wir ja immer wieder Ziele vor uns hatten.
Das heiterste war aber was machen wir mit Männern auf der Gyn. Station???
Man steckte mich in den Kreissaal. Ich durfte nach Rücksprache des Primarius mit den Patientinnen bei einigen Geburten zusehen. Ich habe mich aber auch bemüht in der Semmelwiesklinik auch Hospitieren zu dürfen. Was mir auch gestattet wurde. Somit habe ich doch einiges an Wissen mir aneignen können, was mir dann auch als Rettungssanitäter zu Gute kam. Gina ist auch in die Semmelweisklinik mitgegangen aber nur zweimal.
Nun kam der TAG X !!!
Die schriftliche und mündliche Diplomprüfung.
Zuerst hatten wir die Diplomprüfung in unseren Wahlfächern mündlich gehabt.
Das war bei mir Kinderheilkunde und Gina auch Kinderheilkunde.
Ich musste mich mit der Mucco Viszidose und Gina mit dem Hydro Zephalus auseinandersetzen.
Am nächsten Tag waren die schriftlichen Wahlfächer.
Wir hatten uns Psychiatrie genommen. Unser Thema war Schizophrenie.
Ein wunderschönes breites Thema.
Dann kam 14 Tage später die letzte Diplom Prüfung mündlich.
Chirurgie und Interne.
Gina hatte in Interne die Herzinsuffizienz und ich den Diabetiker Typ II.

Nun kam der Hammer. Unsere Lehrschwester in der Interne wollte uns mit Bomben und Granaten durchfallen lassen. Sie hat uns so weit verunsichert und immer dazwischen geredet. Ergebnis war, dass wir Beide durchgefallen sind.
Wir durften aber eine Nachprüfung machen und mit der gesamten Klasse zur Diplomverleihung ins Rathaus gehen.





Die Lehrschwester konnte es nicht sehen, dass ein Ehepaar gemeinsam die Schule und gemeinsam das Diplom macht. Aber wir haben es doch geschafft!



1. September 1983
Auch ich bekomme das heißbegehrte Diplom
aus der Hand von Stadtrat Prof. Dr. Stacher
Nach der Diplomübergabe wurden wir nochmals fotografiert für die Zeitung "Wien Aktuell" wo unser Werdegang beschrieben wurde.




Nun kommen die Jahre nach dem Diplom.

Es war für uns klar, dass wir mit dem Allgemeinen Krankenpflege Diplom in der Psychiatrie fehl am Platz sind und haben unsere Versetzungsgesuche am Tag der Diplomierung im Dienstweg abgegeben.
Nun kam eine Überraschung. Meine Gattin und ich wir wurden jetzt von unsern Pavillons wo wir Jahrelang Dienst gemacht haben plötzlich versetzt. Dies nur aus Bosheit.
Gina kam vom Pavillon 19 auf Pavillon 11
und ich von Pavillon 23 auf Pavillon 19.
Die Oberschwester vom Pavillon 19 hat mich ganz entgeistert angeschaut und hat nur gesagt: Du kommst als Ersatz von Gina?? Sie wusste ja ganz genau, dass ich ganz kurz vor der Versetzung ins Wilhelminenspital war und somit es nur ein Kurzes Gastspiel auf ihrer Abteilung sein sollte. Bei Gina war es dasselbe. Auch sie wusste das sie bald aus dem Psych. KH weg ist. Man hat uns wohl in einen Radl eingeteilt aber wie lange wusste man nicht.
Ich war nur fast ein Monat auf Pavillon 19 nur Gina musste drei Monate auf die Versetzung warten.
Ich wurde relativ rasch ins Wilhelminenspital versetzt und kam sofort auf die
Unfallchirurgie Pavillon 30 in den OP da ich weiter die Sonderausbildung zum Instrumentar machen wollte.


Oberschwester und Stationsschwester haben mich freundlichst empfangen.
jedoch bei den Kolleginnen war das wieder anders. Es war ein kühles Klima, ein abtasten, ein echt ungutes Gefühl. Bisher war kein Mann in den OP Bereich eingedrungen.Ich durfte gleich eine große Torte zur Professur unseres Chefs Prof.Vilmos Vecsey machen. Hier schneidet der Herr der Abteilung die Torte an. Rechts von mir meine Oberschwester
.


Ich habe mich bemüht den Kollegen vorzukehren und nicht den Macho. Dies wurde falsch ausgelegt. Man versuchte mir Schwierigkeiten zu machen wo es ging. Bis zum Mobbing war alles drinnen. Da ich auch Nachtdienst machte und wir erlaubte bekamen uns hinzulegen wenn nichts zu tun ist war immer das Problem wo schlafe ich. Im Schwesternzimmer durfte ich nicht denn da haben sich alle sofort gestreubt. Nun war es so, dass ich in einem freien Ärztezimmer ruhen durfte. Wir haben uns auch ausgemacht. dass wir einer nach dem Anderen wenn kleine Sachen sind diese erledigten. Nur es gab zwei Kolleginnen die hatten in der Ambulanz verkündet nur mich anzurufen. So war ich die meiste Zeit im Op. Am Morgen war dann immer die Meldung ja wir haben soviel zu tun gehabt.

Dass ich aber auch die verwendeten Instrumente gleich gewaschen gereinigt und wieder zur Sterilisation verpackt habe war ja klar und so habe ich von einem 24 Stunden Dienst 22 im Op verbracht. Meine zwei Grand Damen sind dann geschminkt und geputzt zur morgendlichen Dienstübergabe gekommen wie wenn nie etwas zu tun gewesen wäre.

Eines Tages hatte ich wieder mit den Zweien Nachtdienst. Als wir nach einer großen Bauchoperation wieder alles gereinigt hatten mussten wir ja auch immer die Nadeln zählen und nach einem bestimmten Muster in die Nadelkasetten einlegen. Alle jungen und neuen Schwestern hatten ein sogenanntes Drehbuch (Aufzeichnung der Tassen und der Instrumente die darin sein müssen und auch der Inhalt der Nadelkasetten) Mir haben meine zwei Damen das Drehbuch versteckt und haben mir alles wild durcheinander auf den Tisch geschüttet und dabei noch das Eine oder Andere Instrument eingesteckt. Ich habe mir geholfen ich habe eine sterile Tasse aufgemacht und habe nach dem Muster neu zusammengestellt. Da war die Hölle los. Warum? Weil man keine sterile Tasse aufmachen darf, weil was ist wenn plötzlich eine Op anstehen würde. Habe ich eingesehen aber wie hätte ich es sonst ohne Drehbuch geschafft???
Der Gipfelpunkt war dann einmal, dass man mir ein Instrument (Wäscheklemme) und einmal einen kleinen Röntgentupfer versteckt hat und ich die Op nicht beenden hätte dürfen. So mussten die armen Patienten noch geröntgt werden um auszuschließen, dass das Instrument im Körper ist. Da war mir klar, dass ich das nicht aushalte den Stress der Ops und dann noch die zwei Damen. Ich zog die Konsequenz und verlies den Op obwohl die Stationsschwester mir versprach mich so einzuteilen, dass ich mit den Zweien nie mehr zusammen komme. Aber es wäre unfair den Anderen Kolleginnen gewesen solche
Extrawürste zu haben. Das macht böses Blut. Da bin ich lieber gegangen. Ich ging auf die Entgiftungsstation die ich schon aus meiner Praktikumszeit kennen gelernt habe.
Hier war das Arbeitsklima ganz anders. Kollegial und freundlich!
Da die Oberin mich gut kannte und wusste, dass ich sehr flexibel bin bat sie mich eines Tages ich soll auf die Kinderabteilung in die Notfallambulanz mit Tag und Nachtdienst gehen. Ok, wieder was Neues. Eine totale Umstellung. Plötzlich Kinder vom Säugling bis zum Schulalter. Es war sehr interessant.

Hier habe ich auch Sachen erlebt die mich geärgert haben oder zu Herzen gingen.
Eine Mutter bringt ein Kind total ungepflegt und dringt darauf, dass wir das Kind aufnehmen. Na ja verkühlt war das Kind Fieber hatte es auch. Es blieb da. Nach 10 Tagen wollten wir das Kind entlassen. Aber Mutter kam nicht und war auch nicht erreichbar. Was war geschehen. Nach zwei Monaten hat die Mutter das Kind aus der Kinderübernahmstelle der MA11 abgeholt. Sie (22 Jahre alt) war mit ihrem neuen Freund (17 Jahre alt) nach Griechenland geflogen und hat dort Urlaub gemacht. Der zweite Fall eine Mutter kommt mit dem Kind schildert dramatisch, dass das Kind sehr oft erbricht und nichts trinken will. Der Arzt meint sie möge das Kind zur Beobachtung hier lassen. Nein das kommt nicht in Frage sagt die Mutter und geht wieder nach Hause. Zwei Stunden später dasselbe Spiel. Nach Mitternacht so um 2 Uhr früh kommt dieselbe Mutter wieder mit dem Kind und will dasselbe Zeremoniell starten. Da rief der OA. im Jugendamt an und veranlasste die sofortige Abnahme des Kindes wegen Lebensgefahr. Die Frau führte sich auf wie wenn wir das Kind umbringen würden und bestand darauf das Kind gegen Revers nach Hause zu nehmen.
Die Fürsorgerin die mittels Funkstreife kam entschied das Kind bleibt im Spital.
Das Kind erst 6 Monate alt erholte sich und hat die ganze Nacht nicht mehr erbrochen, bekam als Ersatz zwei Infusionen und nach drei Tagen durfte die Mutter das Kind holen. Jedoch sie kam nicht und schickte den Gatten. Der Gatte wurde von dem ganzen Zauber den seine Gattin veranstaltet hat informiert. Welcher total entsetzt war, dass jetzt die Fürsorge ein Auge auf das Kind hat.
Da ich schon auf der Kinderabteilung war durfte ich auch auf der Infektionsabteilung Dienst machen. Das war Pavillon 12 (Isolierstation) ein Kleinpavillon mit maximal 3 Kindern. Meist aber nur 1 Kind.
Jedoch einmal war es ganz arg da hatte ich zwei Kleinstkinder mit Keuchhusten (Pertussis). Davon hatte einer die Tendenz wenn er zu husten begann, dass er wirklich Zwetschkenblau wurde. So bin ich die halbe Nacht abwechselnd mit meinen 2 Kindern im Arm am Pavillon auf und ab gegangen und habe sie abgeklopft damit sie ordentlich aushusten können.
Sehr schwierig war es immer wieder Kinder mit Mukoviszidose zweimal bis dreimal am Tag mittels Maske inhalieren zu lassen. Die haben sich gewehrt wie wild, Soviele Hände konnte man nicht haben um sie zu bändigen. Das war immer ein Kampf. Die Kinder taten mir sehr leid.
Oder wenn ich auf der Hepatitisstation war wo die Kinder Infusionen bekamen. Auch hier das Elend in Reinkultur, Schläuche, Nadeln alles was traurig anzusehen war. Ich war dann wieder froh zu Erwachsene zu kommen. Jetzt sollte ich als Übergang für eine Schwangere das Resort EKG übernehmen. Es wurde mir gesagt bis wer gefunden wird maximal ein Monat. Ok das wäre zu verkraften gewesen.
Dem war aber nicht so. Ich hatte keinen Nachtdienst ich hatte keinen Sonn- und Feiertagsdienst somit fiel ich nach zwei Monaten auf den nackten Grundgehalt. Dies war aber finanziell nicht zu verkraften. So bat ich doch bald wieder ins Radl gehen zu dürfen. Dem wurde statt gegeben und ich kam auf die Langzeittherapie Abteilung wo Patientinnen nach Schlaganfällen lagen. 38 Patientinnen und Alleine Nachtdienst gemacht. Ein Chaos. Wenn zwei Patienten geläutet haben war immer meine Entscheidung wo gehe ich zuerst hin und wo werde ich wichtiger gebraucht. Ein Russisches Roulette ist da humaner.
Ich habe solange gewettert bis man endlich soweit war, dass wir zu Zweit Dienst machen durften. Es war wohl eine Erleichterung aber es kam drauf an mit wem man Dienst gemacht hat. Es gab Kolleginnen die bekamen nach 2 Uhr die große Lähmung. Da ich ein Verfechter des Öfteren Durchgehens (Patientenkontrolle) war bin ich wieder voll zum Zug gekommen.
Dann hatte ich den Fluch an mir ich fing um 4 Uhr Morgens an Patienten zu waschen, Betten zu machen und und.. Ich konnte darauf wetten dass ich einen Notfall mitten in der Morgenarbeit bekam. Immer wieder dasselbe.
Patientinnen meinten sie können mich doch in der Nacht nicht mit der Glocke stören. X Mal habe ich immer laut verkündet bitte läuten sie wenn etwas nicht in Ordnung ist. Leider war es immer wieder so wenn ich nicht rechtzeitig ins Zimmer gekommen wäre hätte es Tote gegeben.
Aber nur so lernt man cool zu bleiben und rasch das Richtige zu tun.
Wie schafft man das eine Patientin in schlechtem Allgemein Zustand rasch Notfallmäßig zu versorgen, zu telefonieren und den Arzt verständigen???? Heute mit Handy kein Problem. Der diensthabende Arzt war nicht auf der Abteilung. Die Ärztezimmer waren alle entweder im Parterre oder im letzten Stock.
Nun war es auf dieser Abteilung so, dass das ganze Personal der Station dem Gewerkschaftlichen Links Block angehört haben und sie wussten dass ich SP Vertrauensmann war.
Somit wurde ich als Spion angesehen, und was war los. Das Mobbing begann. Es wurde viel Blödsinn der Stationsschwester erzählt.
Bis mir der Geduldsfaden gerissen ist und ich wieder zur Oberin ging und um Versetzung gebeten habe. Ich kam wieder zu den Kindern.
Plötzlich hörte ich dass die II.Chirurgie (Allgemeinchirurgie) eine Ambulanz mit Tag und Nachtdienst eröffnen will und freiwilliges Personal benötigt. Ich hatte ja einen guten Draht zur Oberin und so war ich vom Anfang an dabei.
Ein Super Team, eine ausgezeichnete Stationsschwester die sogar etwas jünger als ich war. Aber ein Traum Team. Es war eine Freude in den Dienst zu gehen.

Bis zum 26.3.1988
Ich bin nach 4 Uhr Morgens aufgewacht mit starkem Sodbrennen. Es war wirklich sehr arg. Ich ging in die Küche und holte mir ein Glas kalte Milch (Hausmittel gegen Sodbrennen). Es hörte nicht auf und wurde ärger. Plötzlich bekam ich Atemnot, Schweißausbruch und eine totale Unruhe. ich hatte das Gefühl wie wenn ich wohl atme aber keine Luft in die Lunge bekäme.
Plötzlich bekam ich auch Schmerzen im Brustbereich unter dem Brustbein. Nun wusste ich sofort was zu tun sei. Ich habe mir die Rettung selbst angerufen und habe zwei Hübe Nitro Spray genommen. Statt besser ist es schlechter geworden.
Die Rettung kam. Im EKG sah man nichts aber der Arzt meinte zur genauen Abklärung doch ins Spital. Ich kam ins Wilhelminenspital auf die 3. Med. CCU.
Man lies mich warten. EKG sah man wieder nichts. Die Blutwerte waren ok. Aber ich bot alle Symptome eines Herzinfarkts. Die OA wollte mich mit einer iv Spritze versorgen und ich sollte wieder nach Hause gehen. Aber es gab eine liebe junge Ärztin die meinte: Frau OA das ist ein Pfleger vom Haus nehmen wir ihn 24 Stunden zur Beobachtung auf. Wenn bis Morgen nichts los ist kann er ja wieder nach Hause gehen. Frau Oa meinte nur: wenn sie meinen legen sie ihn halt hinein.
Nun kam ich sofort ans Monitoring. Ich schlief wohl ein. Um ca. 23 Uhr wurde ich munter mit einem Krampf in beiden Beinen. Da sah ich plötzlich, dass alles was Rang und Namen und einen weißen Mantel anhatte um mein Bett stand. Das ganze am nächsten Morgen 1:30 Uhr nochmals. In dieser Nacht sind dann auch die Blutwerte dramatisch in die Höhe gegangen.
Man hat mich zweimal nach einem akuten Kammerflimmern und Herzstillstand wieder elektrisch gestartet. Wie schön. Meine Gattin hatte in dieser Nacht Nachtdienst auf der Derma und kam am Morgen sofort zu mir und hat mich gewaschen. Nun wurde angeordnet ein großer Herzkatheter im KH Lainz.
Diesen hat Prof.Mlzoch mir gemacht. Wenn ich sofort nach meiner Einlieferung im Spital lysiert geworden wäre hätte es nicht solche Ausmaße angenommen.
Jetzt hatte ich irre Herzrhythmusstörungen dazu.
Nach den 3 Wochen Kardiologie wurde ich zur Reha nach Groß Gerungs geschickt. Meine Herzmedikamente wurden fast jeden Zweiten Tag verändert und somit lag ich mehr auf der Intensivstation als, dass ich mich in der Therapie (Reha) befand.
Da das ständige hin und her mit den Medikamenten mir nicht gut getan hat bin ich zu Prof.Mlzoch gegangen und habe gebeten mich doch ordentlich medikamentös Einzustellen. Es gelang sehr gut.
Ich hatte eine Therapie die gut tat. Nun hatte ich im Almtal einen Autounfall und kam mit der Rettung ins Krankenhaus Kirchdorf an der Krems. Hier lernte ich Doz. Schneeweiß kennen der mich umgestellt hat. Nach zwei Monaten fuhr ich zur stationären Neueinstellung und Abklärung ins KH Kirchdorf an der Krems.
Ich wurde so eingestellt, dass wir uns mit der Dosis der Medikamente langsam gesteigert haben bis wir alles im Griff hatten. Den ich bin der Meinung auch eine kleine Dosis hat bei konsequenter Einnahme seine Wirkung und steigern kann man immer wieder. Aber zuerst sehr hohe Dosen und dann damit herunter gehen ist schwieriger als zu steigern.
So ging es bis 2001 sehr gut. Bis ich zu Pfingsten meinen 2. Infarkt produzierte.
Nun war es soweit dass ich 2 Stents bekam.
Am 11.1.2007 hatte ich zuerst Vorhofflimmern und dann einen Infarkt. Neuerlich Herzkatheter und 3 Stents dazu. Diese Stents sind aber schon moderne beschichtete Stents. Mir geht es wieder gut. Nur die Herzpumpleistung ist nur mehr 40%. Aber laut meinem Internisten ist das auch zu schaffen nur Hochleistungen werde ich keine mehr erbringen.
Herr OA Dr. Ungar hat es zustande gebracht meine zwei verschlossenen Gefäße wieder durchgängig zu machen. Das war 3 Stunden Arbeit wofür ich ihn sehr herzlich Danke sage.
Nun am
8.6.2008 wieder akutes Vorhofflimmern. Wieder selbst Rettung angerufen. Wieder Wilhelminen Spital 3. Med. C Nord auf Zimmer 3.
Durch die Infusion der Notärztin der Rettung habe ich diesmal nach 4 Stunden plötzlich wieder einen Sinusrhytmus. Ich war glücklich. 2007 hat es fast einen ganzen Tag gebraucht um einen Sinusrhytmus zu bekommen.
Jedoch das Herzinfarktsenzym ist gestiegen. Somit ein Herzinfarkt als Zugabe. Am
9.6.2008 wieder Herzkatheter um die Gefäßsituation zu beurteilen. Diesmal nicht von OA Unger gemacht. Sondern von einem anderen Arzt (Doz. Gebhard) Ein Gefäß ist wieder fast verschlossen. Und zwei Etwas.
Die ärgsten Stellen sind Dilatiert worden mit gutem Erfolg.
Nun kommt der Hammer am 1
2.6.2008 kam plötzlich der Oberarzt zu mir und meinte ich solle nach Hause gehen. Jedoch ein Herzecho ist noch zu machen gewesen. Ich wartete bis Mittag bis ich dran kam.
Der Befund ist sehr schlecht. Es wurde mit mir keine Befundbesprechung gemacht. Noch dazu bekam ich schön langsam alle Zustände einer Allergie. Es stellte sich auf der Dermatologie heraus, dass es eine Kontrastmittelallergie war. Die wurde mit einer hochdosierten Cortisonsalbe behandelt, welche mir aber meinen Zucker durcheinander gebracht haben. Ich verbrauchte pro Tag einen Salbentiegel weil ich dreimal am Tag geschmiert habe. Es war von Vorteil weil nach einer Woche ich wohltuende Ruhe hatte. Keinen Juckreiz mehr.
Am 7.7.2008 habe ich wieder Kontrolle beim Internisten. Da bekomme ich auch meine OP Freigabe für den 10.Juli. Ich werde wieder froh sein wenn ich Alles hinter mir habe.

Nun noch ein Nachtrag:
Von 1976 bis 1983 habe ich Freiwillige (Ehrenamtlich) 2839,5 Stunden ,
1675 Ärztenotdienst Interventionen
1178 Transporte in Wien und 20 Überlandtransporte Europa gemacht.

Ich habe diese Dienste neben meinem Dienst am Krankenbett geleistet ohne ein Danke zu bekommen als ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr konnte.
Trotzdem habe ich noch den Kurs zum Rettungssanitäter mit Deffibrilationsgenehmigung gemacht und Positiv abgeschlossen. Ebenso den Kurs zum Journaldient (EINSATZLEITER) welchen ich benso positiv abgeschlossen habe.

Ich glaube dass diese Leistung auch der Auslöser meines 1. Herzinfarktes war.



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