Familie Rieck


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1953 bis 1962

Lebensläufe

28.05.1953
Kind für die Tagesheimstätte Knödelhütte vorgemerkt

21.08.1953
Kind war in der Tagesheimstätte Knödelhütte. Angeblich wurde er von anderen Buben geschlagen. Peter bleibt deshalb zu Hause und spielt wieder auf der Straße.

10.02.1954
MA 11 Fürsorgerin teilt mit, dass die GM in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt, ob keine Möglichkeit einer Unterstützung besteht?

11.02.1954
Peter wird in den Hort Cumberlandstraße eingewiesen.
Der Hort war für mich ein Graus. Gleich nach der Schule hin, Mittagessen Lernstunde, Jause und dann spielen.
Das Mittagessen hat es mir angetan. Da gab es oft Paradeissauce. Oder Fisch was ich nie mochte.
26.02.1954
Nachfrage in der Schule. Peter weist keine besonders guten Lernerfolge auf. In Unterrichtssprache und Schreiben nur GENÜGEND! Peter ist sehr unaufmerksam, verspielt, schwatzhaft und nimmt sich die Ermahnungen des Lehrers wenig zu Herzen. Geht über jede Belehrung leichtfertig hinweg. Sein häuslicher Fleiß lässt auch zu wünschen übrig. Hat selten seine Hefte in Ordnung. Besitzt zuweilen phantastische Phantasien, erzählt oft unglaubwürdige Dinge. Schulbesuch ist gut, kommt jedoch öfters zu spät und hat stets andere Ausreden parat.

Hier hat das Chaos begonnen, dadurch dass ich immer mit Frauen beisammen war konnte ich mich als Bub nicht ordentlich entwickeln.
Meine Verspätungen waren meist mein Kampf am Morgen beim Aufstehen. Ich kam nie leicht aus dem Bett. Die Hefte in Unordnung .Das war meist deshalb weil ich es immer mühsam fand die Hefte einzubinden. Jeder Gegenstand hatte eine andere Farbe. Und das mit Spinnenpapier war es ein Kampf. Meine Hausaufgaben habe ich selten gemacht da mich meine Freunde schon gerufen haben oder ich wieder Eisenbahnschauen am Verschiebebahnhof PENZING musste. Der Verschiebebahnhof war ja nicht weit und zwei meiner Onkeln und GV arbeiteten dort.

16.05.1954
40 Schillinge Unterstützung als Beihilfe für 1 Oberhose für Peter beantragt.

14.06.1954
Peter für Erholung vorgemerkt. Besucht derzeit den Hort nicht da in der Schule derzeit Wechselunterricht ist.

27.08.1954
Peter hat sich im Schloss Lehenhof bei Scheibbs gut erholt, wird ab Herbst wieder den Hort in der Cumberlandstraße 91 besuchen. Die KM besucht ihr Kind regelmäßig.
Das war ein purer Zufall, dass die Fürsorgerin meine Mutter bei uns in der Penzingerstraße angetroffen hat. Somit konnte ja gesagt werden sie besucht mich regelmäßig. Sie ist aber nur gekommen um sich wieder einmal bei meiner GM über ihren zweiten Mann auszuweinen.

20.09.1954
Peter in den Hort Cumberlandstraße 91 eingewiesen.
KM kümmert sich nicht um das Kind, zahlt keine Alimente an die GM.
GM war deshalb des Öfteren gezwungen Dinge ins Pfandleihhaus zu tragen. Leider war es auch des Öfteren dass sie die Sachen nicht mehr umsetzen oder auslösen konnte.
Es war wirklich eine harte und traurige Zeit. Aber ich habe immer den letzten Groschen von GM bekommen. Wenn meine GM um einen Zuschuss des Sozialamtes beantragen musste hat sie sich zu tiefst geschämt. Sie bekam vom GV kein Geld (Alimente) und von der KM schon gar nicht.

01.03.1955
Schulnachfrage:
Peter besucht regelmäßig die Schule, ist nett gehalten, ist aber lernmäßig sehr schwach. Peter brachte eine Zeit lang überhaupt keine Hausübungen. nach der Vorladung der GM ging es dann wieder besser. Der Klassenlehrer bemüht sich sehr um Peter und übt mit ihm noch nach dem Unterricht.
Diese Situation ist leicht erklärt. Meine Großmutter hatte keine Zeit durch ihre ganzen Bedienungen die sie hatte und daraufhin auch wenig Geduld mir zu helfen. Die Nachrichten des Lehrers in dem Nachrichtenheft waren von mir so gehändelt, dass ich das Heft entweder in der Schule vergessen habe oder ich habe es vernichtet und ein neues Heft begonnen. Einmal kam ich auch die Schnapsidee die Seiten aus dem Heft zu reißen. Bis man es bemerkt hat dass es immer dünner wurde.
Ich habe wohl ein paar auf den Hintern bekommen aber es war wieder alles in Ordnung.

13.04.1955
Niemand zu Hause. GM soll mit Peter spazieren gegangen sein. Peter soll ein sehr lautes und lebhaftes Kind sein laut Mitteilung einer Hauspartei.

Diese Hauspartei war die Frau "Major". Den Titel hatte sie als Frau eines Majors erhalten wie es bei uns so üblich ist. Ist der Mann Kommerzialrat ist seine Frau die Frau Kommerzialrat.
Na die Frau Major hatte ihre Küchenfenster in den Hog wo wir gespielt haben.Wie halt Kinder sind wurde es auch manches Mal etwas lauter.Sie hatte nichts besseres zu tun und ist immer beim Küchenfenster gewesen. Ich war bei ihr immer "der Bankert"!! Obwohl ich immer freundlichst gegrüßt habe wenn ich sie sah. Leider konnte sie nicht mit mir warm werden.

18.04.1955
neuerlicher Fehlbesuch

03.05.1955
Schulklagen:
Peter ist sehr schlampig, schmiert, lässt das Kontroll (Mitteilungsheft) nicht immer unterschreiben. Peter strawanzt manchmal nach der Schule noch eine halbe Stunde auf der Straße herum. Mit Peter eingehend besprochen.
GM und Peter sind nun in die Cumberlandstraße 75 gezogen. Peter übernachtet gelegentlich bei seiner Mutter, hastet dann ohne Frühstück zur Großmutter, kommt daher zu spät zur Schule. Der Lehrer meinte dass Peter in einen Hort gehen sollte.

04.05.1955
Mit der Großmutter diese Schwierigkeiten besprochen, ist wohl um das Kind sehr bemüht, aber sehr nervös und durch die vielen Bedienungen überlastet, verspricht aber Peter noch mehr zu kontrollieren und mit der KM zu reden wenn er bei ihr übernachtet dass er pünktlicher zur Schule kommt. Hort wird abgelehnt.
Das war eine heiße Phase. Ich bin öfters in den Prater gefahren und bin dort oft bis weit über 20 Uhr geblieben. Öfters bin ich dann nach dem versperren des Haustores nach Hause gekommen. Bis eines Tages der GM der Geduldsfaden gerissen ist und sie mich wirklich das Erste und ein Einziges mal ordentlich verdroschen hat. Von da an war absolut Schluss mit den Praterbesuchen.

21.08.1955
GM spricht vor und bittet um Unterbringung des Buben im Kinderheim "Peterle".
GM ist dem Jungen nicht gewachsen, strawanzt viel herum.GM hat die vielen Bedienungen und kann ihn daher nicht ordentlich beaufsichtigen. Peter ist sehr lernfaul.
Das Lernfaul sein ist ganz klar. Ich hatte Niemanden der mit mir gelernt hat. Ich hatte Niemanden der mir geholfen hat und Niemanden der mir auf meine Fragen Antwort geben konnte!!!!
Meine GM war eine sehr gute und fürsorgliche Frau, jedoch mit einem begrenzten Wissen. Meine GM hatte aber eine Schrift wo man jeden Buchstaben aufeinanderlegen konnte und er war Deckungsgleich. Um diese Schrift habe ich sie immer beneidet.
Sie schrieb auch für Alle in der Familie Ansuchen und Andere Schriftstücke.
Das mit dem Heim "Peterle" habe ich nicht so mitbekommen. Aber ich weis ganz genau warum meine GM diesen Wunsch hatte, Da war ich ganz alleine selber schuld. Ich bin immer wieder am Freitag oder Samstag nach der Schule sofort nach Hause und habe mich spätestens um 15 Uhr verabschiedet. Bin dann in den Prater gefahren und habe mich dort umhergetrieben. Habe dann wohl bemerkt dass es immer später wird. Bin dann oft nach dem Torschluß 21 Uhr nach Hause gekommen. Klar war GM verärgert weil sie sich Sorgen gemacht hat. Aber so Freiheitsliebend wie ich war habe ich es immer ignoriert. Nur hat es dann immer eine Szene beim nach Hause kommen gegeben. GM ist beim Fenster gestanden und hat sich die Augen ausgeschaut ob ich schon komme. Dann gingen die Verhandlungen los. Oma tust mir eh nichts? Ich werde wieder brav sein. Ergebnis sie lies mich rein und wusch mir den Kopf verbal. Eines Tages ist ihr aber der Geduldsfaden gerissen und ich habe ordentlich Hiebe bekommen. Das war sicher dann der Auslöser des Wunsches mich in ein Heim unterzubringen.

01.09.1955
Intellektuell durchschnittlicher IQ 0,99,gemütlicher aber sehr infantiler und weniger haltfest wirkender Bub.
Ob der IQ wirklich so war bezweifle ich.weil ich habe noch nie eine 0,99 gesehen. Da hat meine Fürsorgerin sicher die ersten zwei Zahlen vor dem 0 vergessen!!
Peter ist durch die unzureichende Führung in den bemühten jedoch unzulänglichen häuslichen Verhältnissen (berufstätige alte GM, finanzielle Schwierigkeiten) charakterlich überfordert und droht bei Belastung charakterlich zu verwahrlosen.
Einvernehmlich mit der GM wird die Übersiedelung ins Heim "Peterle" beantragt.
Die Katastrophe war, dass ich keine männliche Bezugsperson vorhanden war die eventuell meine Interessen ein wenig gefördert hätte. Museumsbesuch, Tagesausflüge, Sportveranstaltungen (Fußballspiele) War zu dieser Zeit ein Fan von RAPID WIEN.
20.09.1955
Peter stört den Unterricht, muss immer NACHSITZEN weil er bei seinen Schreibarbeiten
nicht mitkommt.

04.10.1955
Laut Küst (Kinderübernahmestelle) Übernahme ins Heim "Peterle" aussichtslos. Peter wird ins Heim Lacknergasse zugewiesen.

11.10.1955
Küst teilt mit dass Peter am 13.10.1955 überstellt werden kann. Einweisung in das Kinderheim in der HINTERBRÜHL bei Mödling in Aussicht genommen. Anna Sauer Stiftung Heim der Kreuzschwestern.

13.10.1955
Peter wurde von der GM in die Küst gebracht und weiter in die Hinterbrühl von einer Nonne abgeholt.
Das Leben abgeschottet von männlichen Personen wurde fortgesetzt. Niemand hat jemals daran gedacht!!!
14.11.1955
GM erscheint im Amt, erklärt Peter in 14 Tagen wieder heim zu nehmen, da sie mit dem Heim sehr unzufrieden ist.
GM hat keinen Draht zu Nonnen. Sie lehnt alles ab was Kirche und Geistlichkeit anlangt.
Sie war überzeugte Kommunistin.Peter wurde von einem Zögling bei einer Rauferei blaugeschlagen und gebissen. Außerdem hat Peter Klo und Gänge waschen müssen.
Es wurde der GM erklärt, dass ein herausnehmen von Peter nicht in Frage kommt.
Auf Weisung des Amtsvormundes wurde ein Weihnachtsurlaub vom 24.12. bis 26.12.genehmigt mit der Auflage Peter pünktlichst nach dem Familienurlaub wieder ins Heim zu bringen.
Das war wirklich so am Anfang habe ich mich sehr gefreut mit gleichaltrigen beisammen zu sein. Nur kamen immer wieder Situationen die mich verschreckt und auch schwer verunsichert haben. Meine Gruppenerzieherin war Sr. Waltraud meine Klassenlehrerin war die Sr. Adalberta.
So war es für mich unerträglich dass die Nonnen immer eine Zweiklassengesellschaft gefördert haben. Es gab Reiche und es gab Arme.
Sr. Waltraud brachte die Zweiklassenwirtschaft so richtig jedem zu Bewusstsein. Sie teilte ja unsere Päckchen aus. Es gab einen Kasten da standen alle unsere Päckchen von den Besuchern (Eltern und Verwandte) und aus diesem wurden wir jeden Tag mit einem Stückchen belohnt-

Nur mussten die Armen von dem Wenigen dass sie hatten (Päckchen von Angehörigen) haben sie noch etwas für die armen REICHEN abgezweigt. Weil diese keinen Besuch hatten und auch keine Päckchen bekamen.
In der Schule ebenso Zweiklassengesellschaft. Hier tat sich Sr. Adalberta stark hervor.
Weiters durften die REICHEN auch die dümmsten unmusikalischsten Idioten Mandoline, Klavier und Harmonium spielen lernen. Wir ARMEN hatten keinen Zugang zu diesen Instrumenten. Die Nonnen bekamen aber von den reichen Eltern regelmäßig ein EXTRAGELD für die Musikausbildung und für das BLOCKHAUS (welches bis heute nicht steht).

Ich ging ministrieren da wir nach der Messe in der Küche die unter der Kapelle war immer einen frischen Striezel mit Butter und Marmelade und einen Topf Kakao bekamen. Auf der Gruppe hätte ich den scheußlich schmeckenden Malzkaffee bekommen. Dafür musste ich aber sehr zeitig aufstehen da die Nonnen die Morgenmesse so legten dass diese vor ihren Frühstück war und sie nachher in Ruhe sich für die Schule und andere Arbeiten vorbereiten konnten.
23.12.1955
GM wird aufgeklärt dass sie selbst um Hilfe gebeten hat. Es wäre jetzt eine Gerichtssache (Pflegschaftsgericht), daher wäre davon abzuraten Peter auch später vom Familienurlaub später zurück zu bringen.
Die KM lebt mit ihrem Gatten in sehr unharmonischer Ehe. Er ist Trinker und Kartenspieler und hält sich daher sehr oft in Gasthäusern auf und kümmert sich auch sonntags nicht um seine Familie.
Er ist von Freitag nach Arbeitsschluss und Lohnauszahlung sofort ins Gasthaus gegangen und hat dort bis zum Sonntagvormittag gespielt. Oft kam er noch betrunken nach Hause und meint die Frau ohne Geld kann ein Menü wie beim Sacher auf den Tisch zaubern. Da kam es oft zu Wortgefechten und auch zu Tätlichkeiten, wo jedoch die Frau immer Sieger bleibt. Dank ihrer Größe.
Er hat zu seinem Stiefsohn nicht die geringste Beziehung.
Peter hat im Heim großes Heimweh und will wieder zu seiner GM.
Die KM will Peter nicht in die ungute Familienathmosphäre bringen. Sie trägt sich mit dem Gedanken sich scheiden zu lassen!!!

27.12.1955
Es wurde festgelegt, dass Peter in dem Heim verbleiben soll

23.02.1956
Entwicklungsprüfung Auszug aus dem Gutachten vom 21.02.1956
Durchschnittlich begabt, Verbal und Sozial Reifungsrückstände, IQ 102 Unsicherheit in der Orthografie, langsames Lesetempo. Beides scheinbar eine Folge einer im abklingen befindlichen Legasthenie, das bei dem Minderjährigen eine starke Dominanzstörung nachgewiesen werden konnte. Lernverwahrlosung mit großen Wissenslücken. Klassenwiederholung kaum zu umgehen.
Ich finde es heute noch als Idiotie von einem Kind zu verlangen schnell zu lesen. Ich habe immer noch bis heute langsam gelesen um auch die Sache zu verstehen die ich lese.
Es hat keinen Sinn über Azteken rasch zu lesen wenn ich das Ganze bald wieder vergesse. Es ist bei mir immer so gewesen gelesenes habe ich mir bis auf bestimmte Sachen gut gemerkt. Was ich gehört habe war immer präsenter als gelesenes und geschriebenes. Ich bin ein Akustiker typ. Andere müssen wieder lesen und schreiben um sich etwas zu merken und zu verstehen.
Ich ging sehr oft in das Naturhistorische Museum.Da gab es eine Ausstellung DAS Gehirn bei Tier und Mensch. Hier wurden vom kleinsten Tier bis zum Menschen das Gehirn gegenüber gestellt.Hier sah man in verschieden farbigen Lichtern die Zentren für die Atmung, für das sehen. Dann sah man auch die Verbindungsstränge im Gehirn in 1000 facher Vergrößerung.
Diese Schaltstellen (Sinapsen) wurden benötigt und so hat sich ein Gehirn entwickelt. Je mehr Sinnesorgane und je spezialisierter diese sich entwickelt haben desto größer wurde das Gehirn. Dann war es die Sicherung des Hirnes was mich interessiert hat. Wenn das Hirn im Menschen frei und ungeschützt im knöchernen Schädel liegen würde hätten wir ständig schwere Probleme. Aber das Hirnwasser dämpft jede Stöße.
Dann wurden auch die Sinnesorgane erklärt (Ohr, Auge, Geschmack und Tastsinn)
Ich kann mit der Zunge sowohl schmecken als auch tasten. Jedoch mit den Fingern und Zehen kann ich nur tasten jedoch nicht schmecken.
Solches Wissen zu haben machte mich auch Stolz und ich habe es auch immer wieder dargebracht was den Lehrern absolut nicht gefallen hat. Sie sagten immer ich prahle mit einseitigem Wissen.
Genauso wie man mir meine Behauptung das Gewicht ist ein Gefühl so krumm nahm dass der Lehrer den Direktor holte. Ich müsste erklären wie ich das meine.
Ganz einfach ich habe gesagt wenn ich zwei verschiedene Materialien in die Hand nehme (eine Vogelfeder und ein kleines Gewicht) spüre ich ja dass das kleine Gewicht schwerer ist als die Feder.
Was war geschehen. Ich war im Technischen Museum und habe mich für Schiffe interessiert und da lernte ich das Phänomen des Auftriebes kennen, Dann in der Abteilung mit den Waagen das Verständnis für Gewicht. Dann die Uhren für ein Zeitgefühl. Dann habe ich mir x Mal den Zeichentrickfilm über die Atome angeschaut. Dann das Prinzip vom Strom .......
Ich habe in den Museen gelernt durch sehen und hören. In der Schule hat man uns das Wissen nicht so anschaulich vermittelt wie im Museum.
Ich war auch im Völkerkunde Museum und habe mir auch dort immer wieder die Filme von anderen Kontinenten und Kulturen angeschaut. Im Kunsthistorischen Museum war ich meist in der ägyptischen Abteilung. Warum? Ganz einfach es gab einen Führer der brachte den Leuten die Sitten und Gebräuche der Ägypter und deren Religion bei.
Am meisten hat mich Amenophis (ECHNATON) IV. und seien Frau Nofretete interessiert. Dann die nachgebildete Grabkammer und die ausgestellten Mumien. Beginnend von den Tiermumien bis zu menschlichen Mumien.
Jetzt kann man auch verstehen warum ich Schulschwänzer und dafür reger Museumsbesucher war. Ein Führer sagte einmal: Komische Schule wo du bist mit so vielen Lehrerkonferenzen!!!
13.03.1956
Peter wurde mit der Rettung aus der Hinterbrühl in das Kaiser Franz Josef Spital gebracht zur Aufnahme auf der Infektionsabteilung wegen Scharlach.
Ich blieb bis zum 16.04.1956 stationär.
Das war ein schöner Monat. Hier lernte ich das erste Mal dass es zweierlei Menschen gibt. Mädel und Buben. Wir lagen alle in einem Saal. die eine Seite die Buben und auf der Anderen Seite die Mädels. Wie so unter unschuldigen Kindern kamen wir auf die blödesten Ideen. Die Mädels wollten und nackig sehen und wir klar umgekehrt auch. Na ja da ist es halt losgegangen eine hat sich aufs Bett gestellt und die Nachbarin hat rasch das Licht der Bettlampe kurz aufblitzen lassen, Hemd in die Höhe und wieder abgedreht. Dasselbe auch auf unserer Seite solange bis es eines Tages ein bisschen zu laut wurde und eine Schwester uns bei dem Treiben erwischt hat. Dann war Sendepause. Das Licht wurde Zentral abgeschaltet. Spielverderber!!!!

06.07.1956
Peter ist für das kommende Schuljahr für das Kinderheim "Caritasheim RETZ" Turmhof vorgeschlagen, braucht männliche Führung. Lernmäßig schlecht.
GM will Peter wieder übernehmen. Dies wurde abgelehnt. Jedoch 14 tägige Ferienbeurlaubung zur GM zugestimmt.
GM will den Jungen wieder haben.KM bittet um Rückgabe. Es wurde jedoch die Notwendigkeit der Heimbelassung klargestellt!!!!
Aus dem amtlichen Schriftverkehr und dem Familiären Umständen konnte ich mir es jetzt zusammenreimen warum etwas geschah, das ich zu der Zeit des Ereignisses nicht verstehen konnte. Es war klar, dass meine Mutter und mein GV für mich zahlen mussten beim Magistrat. Da meine Mutter öfters nicht zahlte wurde sie einer Lohnpfändung unterzogen. Meinem GV wurde das Geld direkt von der Pension abgezogen. Deshalb gab es immer wieder Streitigkeiten. dadurch war ich immer dem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt. Rein ins Heim dann wieder eine Zeit zu Hause dann wieder ins Heim. Scheußlich!!!


23.11.1956
GM hat den Hauswarts Posten in der Cumberlandstraße 77 aufgegeben und ist nun zu ihrer Tochter in die Felberstraße 106/3/38 gezogen.
Weihnachtsurlaub für Peter vom 22.12.bis 31.12 1956 genehmigt.

28.12.1956
KM zu Hause nicht angetroffen, jedoch auf der Straße getroffen und angesprochen.
KM gibt an sie wolle nach Strasbourg heiraten und den Buben mitnehmen.
Dies soll bis Ende Februar 1957 entschieden sein, bis dahin möchte sie den Jungen im Heim belassen, da die GM von Peter alles nachsieht und bei den kleinsten Ermahnungen des Buben durch die KM, riesiger Verdruss heraufbeschwört werde. An dieser uneinheitlichen Erziehung musste der Junge Schaden erleiden.
Auch macht die KM einen unguten Eindruck und ist an dem Kind nicht sehr interessiert. Weiterverbleib wird beantragt.

Nur hatte ich schon wieder keinen Erzieher sondern Erzieherinnen. Wieder dasselbe wie früher.
Es war echt gut dass man mich in Retz belassen hat. Ich wäre sicher vom Regen in die Traufe gekommen in Strasbourg.
Ich konnte erst Jahre später drauf kommen was zu dieser Zeit bei meiner Mutter gelaufen ist. Meine Mutter hatte im Nachbarhaus eine sehr gute Freundin und die hatte ein sonderbares Hobby. Briefe an Fremdenlegionäre zu schreiben. Da sind Seitenlange Briefe hin und her geschickt worden deren Inhalt ich hier nicht schreiben will. Meine Mutter hat sich auch dem Hobby verschrieben und so kam auch die angeblich Beziehung Strasbourg zu stande.
Die Briefe waren einzig eine SEXORGIE, heute würde man es Cybersex nennen.
Die Beziehung Strasbourg war nur auf Sex aufgebaut. Was sollte ich da in Strasbourg machen???? Da wäre ich wieder im Weg gewesen. Wie hätte ich dort die Schule machen können wo ich doch keine Fremdsprache konnte.
Da hat meine Mutter nicht weiter als die Sexbeziehung gedacht und ich wäre wieder übrig geblieben.
In der Folge kamen immer wieder Fremdenlegionäre nach Wien zu meiner Mutter. Es gab einen Einzigen der sich auch mit mir befasst hat.
Immer wieder Partnerwechsel und meist um einiges jüngere Männer.

27.02.1957
Führungsbericht: Peter besucht die 4.Klasse Volksschule (Wiederholung) an der Öffentlichen Schule in Retz, Die Lernerfolge sind seinem Wissen und seiner Intelligenz entsprechend nichtgenügend.Warum wohl??
Seine Interessen sind tief durchgreifend die Ausführung oberflächlich. Große Phantasie, Neigung zur Unwahrheit, Sensibel, Wille tritt in den Hintergrund. Nervös, schnelles Sprechen, Stottern; Kameradschaftlich, spricht überheblich, gutes Verhältnis zu den Erziehern, zartes Kind, aber gesamt gute körperliche Verfassung, Gewicht 31 kg.

DESHALB!!!!
Ich hatte großes Glück ich war bei der Erzieherin Edeltraud Schaar und beim Erzieher Willi Fuchs. Der Kontakt war sehr gut. Schade dass ich nicht bleiben konnte. Mit Willi wäre ich sicher ein guter Sportler geworden. Es war die letzte Zeit in Retz wo ich beide als Erzieher hatte. Im letzten Halbjahr kam ich dann zu einer jungen Erzieherin die erst mit der Ausbildung fertig wurde.
13.04.1957
Osterurlaub nach Hause für die Zeit 19.04. bis 23.04.1957 bewilligt

05.06.1957
KM ist seit 6.4.1957 beim Postamt Wie. Westbahnhof 101 Wien in der Packetumleitung beschäftigt.
Ferienurlaub vom 15.7. bis 29.7.1957 bewilligt

Nach dem Urlaub möchte die KM Peter wieder nach Hause nehmen.

Hier handelt es sich wieder um eine rein finanzielle Sache. Da meiner Mutter das Geld für die Fürsorge direkt vom Lohn abgezogen wurde. Sie will nicht für mich zahlen. Sie braucht das Geld für sich selber. Es wäre sicher nicht gut gegangen mich in dieser Zeit nach Hause zu geben.
Meine Mutter hatte intensives Interesse an Männern. Welche ihr am Dienstort ja scharenweise nachgelaufen sind. Deshalb auch die kommende Kehrtwendung!

09.10.1957
KM teilt mit, dass sie Peter nicht übernehmen kann, da sie seit Anfang Oktober im 24 Stunden Dienst eingeteilt ist und somit den Jungen nicht ausreichend beaufsichtigen könnte. Außerdem will sie den Jungen nicht während des Schuljahres heraus nehmen da eine plötzliche Versetzung in ein fremdes Schulmilieu seinem Lernerfolgen schaden könnte.

05.12.1957
Schulbericht:

Peter neigt sehr zu Schlampigkeit und seine Aufgaben bedürfen der ständigen Kontrolle des Erziehers. Als Bub zeigt er an für alle Dinge großes Interesse und ist bestrebt dieses Wissen auch weiter zu erzählen. Peter verfügt über eine große Phantasie, dadurch besitzt er auch eine gewisse Neigung zur Unwahrheit. Er spricht auch sehr rasch und kommt dadurch immer wieder ins stottern.
Das soziale Verhalten in der Gruppe ist kameradschaftlich. Er ist ein guter Kerl und lässt sich von den anderen Buben oft überrumpeln. Peter ist sehr hilfsbereit und führt manuelle Arbeiten gerne aus. Peter hängt sehr an seiner GM die ihn regelmäßig schreibt und ihn auch besucht. In den letzten Briefen hat ihm seine Mutter auch ein paar Zeilen dazu geschrieben.
Verhältnis Lehrer und Peter ist gut. Körperliche Verfassung von Peter ist zufriedenstellend.
GM bittet um Weihnachtsurlaub für Peter. Wurde gewährt.
27.12.1957
KM und Peter daheim angetroffen. Peter ist ein lieber aufgeschlossener Bub, sehr guter Schüler, liest sehr viel und kann angeblich sehr schön singen.KM ist mit ihm sehr zufrieden und hat ihm zu Weihnachten eine Schiausrüstung gekauft.
Ja das mit dem Singen stimmt absolut. Aber an eine Schiausrüstung kann ich mich nie erinnern. Kann mich nicht erinnern dass ich damals jemals auf Skiern gestanden bin.

4.3.1958
GM und KM sprechen gemeinsam vor wollen den Buben wieder in Eigenpflege nehmen. Hauptgrund ist das Mutter zu viel zahlen muss und auch der Großvater herangezogen wird. Das ergibt große Spannungen in der Familie.
KM macht wenig günstigen Eindruck. Polizeiliches Führungszeugnis eingeholt.
Ich will nichts Schlechtes über meine Mutter sagen aber gedacht habe ich mir einiges. Jetzt wo ich den Akt sehe und das was da drinnen steht habe ich alles geahnt. Aber ich war immer auf meine SCHÖNE MAMA stolz!!!
Mama hat es nicht lange ohne Partner ausgehalten. Sie hatte aber immer Pech auf allen Linien. Sie hatte bei Männern immer den schlechtesten Griff gemacht.

28.5.1958
KM und GM stellen neuerlich die Bitte den Jungen in Eigenpflege zu nehmen.

23.6.1958
KM spricht vor und ist sehr unvernünftig.

27.6.1958
GM den Ausfolgeschein übergeben und auf die Rechtlichen Konsequenzen aufmerksam gemacht und zur Unterschrift vorgelegt.

6.7.1958
an GM übergeben.

19.8.1958
Peter zu Hause angetroffen, sieht gut aus.GM sorgt liebevoll für ihn und scheint ihn sehr zu verwöhnen.

17.9.1958
Peter gesehen, ganz gut gehalten. sehr lebhaft, er besucht die 2.Klasse Hauptschule in der Schule Schweglerstraße.

21.11.1958
Peter angetroffen, er ist sehr nett und sauber beisammen, wird von der Großmutter sehr verwöhnt, in der Schule angeblich keine Probleme.KM ist weiterhin bei der Post beschäftigt.

29.12.1958
Schulnachfrage:

Schüler mit etwas phantastischen Vorstellungen, der gelegentlich wegen wirklicher oder vermeintlicher Vergehen gegen die Schulordnung von Anderen ausgenützt oder gelinder Weise erpresst zu werden droht.
Schwänzt auch die Schule. Schlüsselkind
Treibt sich am Christkindlmarkt, Non Stopp Kino und Großkaufhäusern herum.
Es ist mir in der Schule zu fade. Meine Kameraden in der Schule sind alle etwas reserviert mir gegenüber weil ich aus einem Heim komme und in der Pubertären Entwicklung arg zurück bin. Wohl habe ich Interesse an Mädels aber es gelingt mir kein Nachhaltiger Kontakt.
Habe mich wohl in ein Mädel verknallt aber die ist erstens etwas älter als ich und zieht nur mit Jungs herum die zumindest ein Moped oder ein Motorrad haben. Keine Chance für mich.
Ich weiß mir droht wieder das Heim. Ich bin derzeit in einer Phase ich weiß nicht wohin es geht. Ich will doch zu Hause bleiben aber es wird mir nicht gelingen.
Ich habe keinen Antrieb mich zu ändern. Ich geb es zu mir fehlt ein Vater der mit mir einmal ins Museum geht, mit mir Wanderungen macht auch versucht meine Interessen zu verstehen.
Meine Mutter ist froh wenn sie Ihren Freund hat, da bin ich Nebensache. Einzig meine Großmutter ist für mich da. Was soll ich aber mit ihr unternehmen.
Ein Museumsbesuch nie möglich. Sie hat keine Lust und auch kein Verständnis dafür.
Das Unheil nimmt seinen Lauf!!!!

20.3.1959
Erziehungsberatung Ergebnis:

Es handelt sich um einen infantilen, persönlichkeitsunreifen, äußerlich gepflegten, blassen, erzieherisch offenbar exzessiv verwöhnten Buben, mit ausgeprägter Phantasie,(immer wieder taucht die Phantasie auf, man meint ich Lüge, aber ich kann nichts dafür ich sehe Dinge im Voraus. Jedoch kann ich mich dagegen nicht wehren es läuft alles so ab wie ich es geträumt habe)bei anscheinend annähernd durchschnittlicher Intelligenz aber einseitiger Begabung (Rechendeffekt) (da kann ich echt nur lachen ich habe alle Zapfenrechnungen die meine Gruppen- und Klassenkameraden als Strafe bekommen haben ausgerechnet) gegen auffallend sehr guten Kenntnissen in Erdkunde und Geschichte, sehr redegewandt. Nach fast dreijährigen Aufenthalt in den Heimen Hinterbrühl und Retz seit Sommer 1958 als Einzelkind wieder in Erziehung der Kindemutter und GM die dem Kind besonders zugetan ist.
Das Erziehungsproblem liegt in der uneinheitlichen häuslichen Erziehung des Kindes
(ohne Männliche Bezugsperson!!!!) und in der bedenklichen Nachgiebigkeit der GM. Peter führt daheim eine Art PASCHA Leben, und dirigiert bereits seine Angehörigen, die dem Treiben des Buben kritiklos gegenüberstehen. Er schwänzt die Schule, treibt sich herum, macht nach Gutdünken Geldausgaben, da er offenbar mit reichlichem Taschengeld versorgt wird.
Fremde Erziehungseinflüsse (seitens der Lehrer) weicht er aus, oder sucht sich mit Redefluss heraus zu reden, wenn er sich verantworten soll. Seine mangelnde Sozialanpassung in der Schule ist besonders auffällig. Eventuelle häusliche Schwierigkeiten werden vermutlich nicht registriert oder von den Angehörigen dissimuliert.

Weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
Richtig ist dass meine Mutter keinerlei Interesse an mir und meinem Fortkommen hatte. Sie hatte nur Männer und Vergnügen (SEX) im Kopf. Ich habe Briefe gefunden. Ein heißer Porno ist dagegen ein Kindermärchenbuch!!!

17.4.1959 niemanden angetroffen

24.4.1959
Verbindungsfürsorgerin teilt mit dass Peter am 6.4 und von 10. bis 24.4 unentschuldigt der Schule fern blieb. Er wurde aber im Zuge eines Schultheaterbesuches im Theater angetroffen. Da er von einem Freund es erfahren hat. Wurde von Lehrkräften gesehen.

5.5.1959
Buben und KM angetroffen. Bub steht in ärztlicher Behandlung wegen einer Darminfektion. Ärztliche Bestätigung fehlt.
Der Junge sieht aber recht vergnügt und munter aus. Könnte sicher zur Schule gehen.

Dazu meine Erklärung. Ich hatte in der gesamten Klasse keine Freunde. Alle mieden mich weil sie wussten ich sei ein Heimkind. Außerdem konnte ich nicht so mit wie Andere. Es fehlte am Geld. Außerdem war ich zu konservativ angezogen und bin deshalb aus der Ganzen Klasse immer raus gestochen. Dann die Mädels die in unsrer Klasse waren haben auch hinter meinem Rücken immer irgendetwas ausgeheckt. Ich bekam wirklich trotz meinem bemühen keinen Kontakt zu den Mädels. Ich hatte dadurch nicht den kleinsten Anhaltspunkt in die Schule zu gehen.

26.6.1959
Ergänzend wird festgestellt dass der Junge neuerlich wochenlang dem Schulunterricht fern blieb. Wie er selbst angibt hat er diese Zeit vorwiegend für Museumsbesuche verwendet und behauptet dabei mindestens ebenso viel zu lernen wie in der Schule. Deshalb auch seine speziellen Kenntnisse in Geschichte und Erdkunde.
Zu seiner Verteidigung weist er einerseits auf Kinder hin, die noch mehr schwänzen sollen als er,
anderseits führt er angebliche Missstände in der jetzt besuchten Schule, sowie in dem Heim, aus dem er ein Jahr vorher entlassen wurde, an Diese völlig unglaubwürdigen Behauptungen werden mit so viel Überzeugung vorgebracht, dass man auch annehmen muss Peter glaubt selbst an die Produkte seiner Phantasie.
Ein Appell an die Einsicht des Buben bleibt, mindestens derzeit, ganz ohne Wiederhall. Von der in Aussicht genommenen Überstellung sehr bestürzt, fühlt er sich ungerecht behandelt und führt sein ganzes Missgeschick auf die Tatsache der außerehelichen Geburt zurück.
Da habe ich ja noch nicht die gesamten Hintergründe gewusst wie ich sie jetzt vor mir liegen habe. Zu Dieser Zeit habe ich halt ohne Wissen der Tatsachen auf die gegebenen Situationen reagiert!!!
Nach längerem Zögern erklärt sich die KM bereit mit einer Beobachtung im Durchgangsheim Schloss Wilhelminenberg einverstanden. Da das laufende Schuljahr praktisch zu Ende ist, man mit der Überstellung bis zum freiwerden eines Platzes zugewartet wird.
Es ist unheimlich. Man Phantasiert wenn man die Wahrheit sagt. Man will und darf es nicht glauben.

Wenn man mein bisheriges Leben nimmt war es doch von Haus aus abgestempelt. Ich war immer mit Frauen umgeben. Kein Mann in meinem Umgang. Außerehelich und ohne Vater aufzuwachsen ist schlimm. Die Frauen hatten alle Anderen Interessen. Meine Mutter war immer auf Jagd nach einem Mann. Meine Großmutter war eine echte Mutter wie sie nicht sein sollte. Alle Kinder immer streng behütet,
In dem Augenblick wo sie flügge wurden war die Katastrophe fertig. Alle Partner der Kinder waren Tunichtgut, Schlampen und......

Meine Großmutter trank immer gerne ein gutes Achtel Wein und ihre Zigaretten waren ihre Entspannung. Sonntags gab es auch für mich ein kleines Gläschen Bier. Bin aber kein Alkoholiker geworden. Nur mit dem Rauchen habe ich schon in Retz begonnen.

22.9.1959
Kind wurde der KM abgenommen und der KÜST überstellt

26.9.1959
Im Beobachtungsheim Schloss Wilhelminenberg aufgenommen.

30.11.1959
GM spricht vor will Peter zu Weihnachten zu Hause haben. 24.12. bis 32.12. genehmigt. GM wurde darauf hingewiesen den Jungen pünktlichst wieder zurück zu bringen.

7.3.1960
Gutachten vom W-Berg.
Durchschnittliche Intelligenz bei einem charakterlich wenig hochwertigen Buben. Submanische Stimmungslage verbunden mit kritikloser Selbstwertüberschätzung, weitgehender Impulsausgeliefertheit, Zufolge seiner Haltschwäche verwahrlosungsgefährdet!!!Heimerziehung schon aus prophylaktischen Gründen!!!
Leider war das Heim Schloss Wilhelminenberg nur ein Beobachtungs-- und Durchzugsheim. Hier hatten wir Erzieher die die Interessen der Buben verstanden zu wecken. Wir haben Briefmarken gesammelt, Modelle aus Papierausschneidebogen gefertigt, Treibarbeiten aus Kupferblech gemacht. Es war sehr schön. Ich hatte eine Klasse wo ich am Fenster saß und die vom Westen nach Wien einfliegenden Flugzeuge gesehen habe.
Eine Rückgabe in die Familie ist in den nächsten 1 1/2 Jahren unbedingt zu vermeiden. Ad Hohe Warte!


14.3.1960
Transferierung vom Schloss Wilhelminenberg in das Erziehungsheim HOHE WARTE im 19.Bezirk

25.3.1960
Schulbericht Hohe Warte:

Fortgang befriedigend, Betragen gut, keine besonderen Einordnungsschwierigkeiten. Sehr vertratscht und verspielt, wirkt Intelligenter als er in Wirklichkeit ist, Kameradschaftlich und hilfsbereit; körperliche Verfassung gut.
30.3.1960
Beurlaubung vom 16.4. bis 18.4.1960 Osterurlaub genehmigt.

7.7.1960
Beurlaubung vom 18.7.bis 31.7.1960 Sommerferien genehmigt.

22.9.1960
Führungsbericht Hohe Warte.
Peter ist ein großer schlaksiger Bub, sportlich nicht begabt er bildet durch sein naives, aufreizendes Verhalten immer wieder Anlass zu Störungen.
Peter hat verschiedene Interessen. (MUSIK, BÜCHER usw.)
und sucht auch immer die Nähe des Erziehers, er ist ausgesprochen hilfsbereit, doch verzettelt er sich oft in Gschaftelhuberei.
Seine Hausaufgaben macht er ohne besondere Aufsicht, doch ist er sehr umständlich und benötigt doppelt so viel Zeit wie die Anderen. Bei den Kameraden ist er nur mäßig beliebt.
Er bedarf einer sehr konsequenten Führung.KM und GM besuchen ihn regelmäßig.

Schon in diesem Alter habe ich mich für Orgelmusik interessiert. Bei den Büchern habe ich alle Karl May Bücher verschlungen. Ich habe auch Reiseberichte gelesen.
Die Nähe des Erziehers habe ich deshalb gesucht weil ich ein Defizit hatte. Eine Vaterfigur hat mir gefehlt!!!
Meine besondere Geschwindigkeit war deshalb gegeben weil ich es genau machen wollte und nicht einfach nur so hinschmieren. Dass ich dadurch langsam war ist wohl verständlich. Erst als ich sah dass die Schmierereien von den Anderen toleriert wurden Hauptsache war das es gestimmt hat habe ich auch meinen Stil angepasst.
12.12.1960 bis 23.12.1960 im Wilhelminenspital wegen Blinddarmentzündung. Wurde operiert.

24.4.1961
KM will den Jungen nach Schulschluss wieder in Eigenpflege übernehmen. Es wurde jedoch geraten den Buben erst nach Erhalt einer Lehre und 1monatiger Bewährungszeit zu übernehmen.

8.5.1961
Führungsbericht der Hohen Warte

Peter ist körperlich und geistig, normal entwickelt, sehr gesprächig, schneidet viel auf. Charakterlich ist er nicht ganz einwandfrei, bei den Kameraden nicht sehr beliebt. Er hat noch ein sehr infantiles Wesen, lebt mit der Umwelt ständig im Streit. Führt Arbeiten willig aus, neigt sehr zur Schlamperei.
Im Allgemeinen bereitet er keine größeren disziplinären Schwierigkeiten. Besucht wird er regelmäßig von KM und GM!

Schulische Leistungen befriedigend. Bei den Arbeiten jedoch etwas langsam. Sein Benehmen ist gut, nur ist er sehr vertratscht und klebrig.
Bezüglich der Klebrigkeit, es hat sich nie jemand gefragt warum ist er so.
Obwohl man annehmen musste das hier alles Fachpersonen sind die auch die Hintergründe des Verhaltens eines Kindes ergründen und verstehen können.
Das Sportliche Defizit war auch gegeben weil wir in den Heimen meist keinen Turnsaal hatten. Bei Fußballspielen durfte ich nie oder nur selten mitspielen. Ich hatte keine Möglichkeit mich auch sportlich muskulär zu entwickeln.
Zum Schluss konnte ich mich nicht einmal mit Klimmzügen am Seil aufziehen oder Übungen auf der Sprossenwand oder an den Ringen waren nie gemacht worden. So hing ich immer wie ein Sack herum.
Wenn man in der Schule meine Leistungen in den mir interessanten Fächern angeschaut hätte wäre man sicher auf Einiges drauf gekommen.
Bei den Bastelarbeiten konnte ich auch nicht mitmachen weil meine Mutter oder Großmutter nicht das Geld hatten mir solchen LUXUS wie Modellbaubögen oder Modellbaukästen zu kaufen.
Die immer wiederkehrende Feststellung meiner Verzettelung war so gegeben, dass ich mich immer wieder ablenken lies. Das war ein Fehler.

2.5.1961
KM geladen. Entlassung des Buben nach Hause oder auf 6 Monate zur Bewährung in ein Lehrlingsheim.

8.5.1961
KM will den Jungen unbedingt nach Hause haben. Sie wird für ihn eine Lehre suchen!

26.6.1961
Peter ist wieder zu Hause.

Der Grund mich zu sich nach Hause zu nehmen war ganz einfach rein finanzieller Natur. Da ich ja in der Lehre meinen ersten Verdienst hatte war ich attraktiv zum aufbessern der Hauskasse. Es war nicht viel aber es gab Geld.
Ich habe mir selbst eine Lehrstelle gesucht und gefunden.
Als Zuckerbäcker in der letzten Lebzelterei und Wachszieherei im 6. Bezirk in der Webgasse beim Bundesinnungsmeister Nationalrat KULHANEK.
Diese Lebzelterei war ein alt eingesessener Betrieb. Klein aber fein. Ich freute mich schon darauf.
Endlich einmal so richtig bei Schokolade und Mehlspeise ins Volle langen zu dürfen.

4.7.1961 Aktenvermerk:
Der Junge spricht vor, und macht einen netten, gut ansprechenden, gepflegten Eindruck. Er wird ermahnt und belehrt er hat bereits eine Lehrstelle.
KM ist auch auf Urlaub und wird mit dem Jungen öfters schwimmen gehen.
Letzteres war die größte Lüge meiner Mutter die sie jemals wem aufgetischt hat. Sie war nie mit mir schwimmen. Ich habe meine Mutter nie in einem Badeanzug gesehen.
5.7.1961
KM und Peter zu Hause angetroffen. Wohnung in tadellosen Zustand.KM verbringt Urlaub mit Peter in Wien. Peter freut sich schon auf seinen ersten Arbeitstag. Er versprach sich zusammen zu nehmen.

8.9.1961
Peter spricht vor und bittet um ein Vormundschaftsdekret für die Berufsschule. Hat sich in der Lehre schon gut eingewöhnt und Lehrvertrag wurde jedoch noch nicht unterzeichnet.KM deshalb neuerlich vorgeladen.

27.9.1961
KM zu Hause angetroffen sie machte sich gerade für die Arbeit fertig. Sie ist glücklich, dass der Junge so brav ist und ihr jetzt keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Haben ihr aufgetragen sich beim Lehrherrn wegen Schulfortschritt und Arbeitsleistung zu erkundigen.

28.9.1961
Peter kommt ins Amt mit Lehrvertrag. Ist von der Lehre und Schule begeistert. Wird mit dem unterzeichneten Lehrvertrag in die MA11 geschickt

15.11.1961
MA11 teilt mit das Peter angeblich aus der Lehre entlassen wurde. Nach telef. Rücksprache mit dem Lehrherrn hat der Bub am 14.11.in der Früh die Lehre verlassen und ist seither nicht mehr erschienen. Die Chefin ist jedoch bereit Peter weiter zu behalten, obwohl er ungeschickt und kindisch ist, da er ihr leid tut.
16.11.1961
Peter kommt mit der KM aufs Amt. Er hatte angeblich Angst da er eine Arbeit unordentlich verrichtet hat.
Ich habe am Vortag ein ganzes Blech voll mit Lebkuchenherzen im Ofen schwarz werden lassen. Da habe ich nicht ordentlich aufgepasst und die Backzeit überschritten.
Eingehende Aussprache mit Peter und KM. KM ist froh, dass der Lehrherr Peter behält. Er wird morgen wieder in die Lehre gehen
27.11.1961
Peter und KM im Amt, da Peter bereits 5x der Berufsschule unentschuldigt ferngeblieben ist und die Lehrherrin auch nicht mehr bereit ist ihn zu behalten.
Längere Aussprache mit der KM und dem Jungen.KM ist mit einer Unterbringung in einem Lehrlingsheim einverstanden, Chefin erklärt sich unter diesen Bedingungen den Jungen weiter zu behalten. Peter in die KÜST überstellt.

29.11.1961

Der Junge befindet sich wieder in der KÜST.
Weiter ins Lehrlingsheim Augarten.

11.1.1962
Führungsbericht:

Peter hat am 2.1.1962 die Lehrstelle verlassen, nach einer Meinungsverschiedenheit mit dem Lehrherrn.
Es war keine Meinungsverschiedenheit mit dem Lehrherrn sondern mit dem Gesellen. Der mich immer wieder gezwungen hat brennheiße Gegenstände anzugreifen um mich angeblich abzuhärten. Ich hatte auf den Händen schon mehrere Brandblasen. Er stellte es immer so hin als wäre ich ungeschickt und habe mich selbst am Ofen verbrannt.
Als ich wieder so einen Härtetest ablehnte gab er mir ein paar Ohrfeigen. Deshalb habe ich die Lehrstelle verlassen.


Der Lehrherr bezeichnet den Jungen als Interessenlos, langsam und unkonzentriert für den Beruf nicht geeignet.
In der Gruppensituation hat er sich gut eingefügt. Mit dem
Erzieher guten Kontakt. Ist aber bei Aussprachen nicht ehrlich. Motorik ist träge, die Gestik weich und sparsam, sprachlich ist stotternd, zerrissen. Er macht den Eindruck eines psychisch und nervlich zerrütteten Menschen. Es ist angeregt worden eine Neurologische und Psychologische Unterstützung zu unternehmen.
Es ist nie jemand soweit gewesen mit mir einiges aufarbeiten zu wollen. Seit Retz (Caritasheim- Turmhof) gab es eine markante Veränderung. Diese wurde ja auch beschrieben. Es ging aber niemand dem Ganzen auf den Grund. man versuchte sich immer mit iirgendwelchen Floskeln aus der Sach zu manövrieren.Siehe 26.6.1959.
Das ist eine Katze die sich in den Schwanz beißt.

15.5.1962
Peter arbeitet als Kochlehrling im Balkan Grill in der Brunnengasse. Dies war aber eine Lehrstelle wo er von 14 Uhr bis 22 Uhr in der Küche stand. Nach 22 Uhr musste er durch das Rotlicht Gebiet des Gürtels gehen. Wurde oft von den Dirnen angesprochen.
21.5.1962
Aktenvermerk:

Bei seiner Psych. Unreife und Haltungsschwäche wäre für den Buben eine Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt (Lindenhof- Eggenburg) geschützt untergebracht. Doch fiele dann die Betreuung durch das Jugendambulatorium weg. Was aber sehr wichtig ist.

13.6.1962

Der Junge wurde am 20.5.1962 von der Lehre entlassen da er absolut ungeeignet als Koch ist. Außerdem ist er sehr unpünktlich. Da sein Verhalten trotz Betreuung durch das Jugendambulatorium (das war auch so eine Alibi Aktion ich wurde nie um das warum gefragt. Man gab sich keine mühe mich zu verstehen. Ich war ja schon lange als Lügner und Phantast abgestempelt. Diesen roten Faden konnt ich nicht zerreißen weil mir nie wer ordentlich zugehört hat.)sich in keiner Weise gebessert hat wäre die Unterbringung in EG (Eggenburg) notwendig!


Ab hier beginnt ein Unheil zu laufen. Wie es oft in der Pubertät vor kommt kann man als Junge auch Homosexuelle Episoden haben. In einer dieser Episoden wurde ich entdeckt. Angeklagt wegen Unzucht wider die Natur, und freigesprochen!!!
Es war wirklich nicht Ernsthaftes dahinter es war eine Erfahrung sonst nichts.
Nun wurde immer wieder auf dieser Sache herumgeritten.
Die Erste noch unbewusste HOMO Erfahrung hatte ich ja schon im Kinderheim in Retz gehabt wo der pädophile Direktor war. Erst später wurde ich einmal vom Psychologen angesprochen ob ich schon solche Sachen erlebt habe.
In dem Alter wo ich es schon verstehen konnte ekelte mir davor.

10.7.1962
Transferierung nach Eggenburg

16.07.1962
Anfangsbericht:
Rieck Peter geb.3.1.1946
eingewiesen 11.07.1962
Einweisungdalter: 16,6

KV nicht festgestellt.KM Postangestellte.Keine Geschwister.
Hatte doch eine Halbschwetser RENATE welche im Jahr 1950 zur Welt kam. Aber nach der Scheidung von Hans Wiesinger diesem in Obhut gegeben wurde.
Der Junge wuchs bis Oktober 1955 bei der KM und GM auf.
Oktober 1955 bis Juli 1956 im Kinderheim Hinterbrühl.
Hinterbrühl war wohl auch ein Heim mit Ecken und Kanten aber ich habe mich relativ wohl gefühlt.
30.07.1956 bis 5.7.1958 Kinderheim RETZ. dann Überstellung zur KM und GM.
Wenn ich in Retz geblieben wäre und auf der Gruppe vom Erzieher Willi FUCHS wäre ich sicher sportlich besser gewesen und auch eher auch Interessen mäßig besser verstanden.
Schon im Vorschulalter bereitete der Junge große Erziehungsschwierigkeiten(große
Neigung zu Phantasielügen und Lernfaulheit.)
Hier ist schon wieder das Lügen angeführt weil ich gesagt habe ich habe meine Taufe erlebt und kann erzählen wie sie war. Mein Verhängnis war dass ich ständig in meinem Umfeld Frauen hatte. Mutter, Großmutter und Erzieherinnen. Kein männliches Wesen im Umfeld welches mit mir einmal in ein Museum gegangen wäre. Ich liebte das technische Museum. Mich hat sehr viel interessiert und ich bin auch sehr oft hin gegangen und habe mir Filme angesehen und Vorträge angehört.
Wenn ich Fragen hatte ging ich zu den Aufsehern der zutreffenden Abteilung. Von diesen habe ich sehr viel gelernt.

Er schwänzt häufig die Schule und tyranisiert seine Angehörigen. Nachdem er die Hauptschule mit schlechtem Erfolg absolviert hatte wendete er sich der Konditorlehre zu. Nach einiger Zeit schwänzte er jedoch wieder die Fachschule und ließ einen starken Rückgang in der Arbeitsleistung erkennen.
Am 27.11.1961 wurde er im Einverständnis mit der KM im Lehrlingsheim Augarten untergebracht. Es folgte eine kurze Kochlehre. die der Junge aber durch eine längere Entweichung unterbrach.
Nach seinen Angaben war er in Deutschland und versuchte im Hamburg als Koch auf einem Dampfer anzuheuern, wurde jedoch verhaftet und nach Österreich überstellt.
Ich wurde nicht verhaftet! Ich wurde nur bei einer Routinekontrolle am Hauptbahnhof in München ohne Papiere aufgegriffen.Nach dem ich mich deklariert habe wurde ich in die Schwere Reiterstraße gebracht und von dort nach Österreich abgeschoben.
Ein Verfahren wegen § 129 Ib war gegen Peter anhängig. Eine Verurteilung scheint jedoch nicht auf. (Nach seinen Angaben lautete das Urteil auf FREISPRUCH)
Es war ein FREISPRUCH. Jedoch der Makel blieb mir immer treu. Immer wieder taucht in Berichten eine angebliche (Hohmoneigung) auf. Das habe ich bis zum Beginn meiner Eisenbahnzeit nicht los gebracht. Dann war endlich Ruhe!!!
Ich habe mich nicht an männliche Wesen wegen sexuellen Dingen angehängt. Nein ich wollte der Frauenwirtschaft entkommen und mich mal adäquat für einen Buben beschäftigen.

Psych Gutachten:
Infantiler,persönlichkeitsunreifer, erzieherisch offenbar excessiv verwöhnter Bub,mit ausgeprägter Phantasie bei anscheinend annähernd durchschnittlicher aber einseitiger Begabung (Rechendefekt) Dr. Pawlik
Schon wieder der Rechendeffekt!! Woher die diesen Ableiten?? Ich nehme schwer an wegen dem Umstand ich kam in der Algebra nicht mit weil ich mit Buchstaben nicht rechnen konnte. Ich brauchte konkrete Zahlen.

14.8.1962
Der Junge ist am 10.8.1962 aus dem Heim entwichen.

15.8.1962
von KM wieder nach EG zurückgebracht!

23.8.1962
Der Junge ist am 16.8.1962 sofort wieder entwichen!!
Hält sich sicher nicht zu Hause auf.

30.08.1962
Aktennotiz

Nach der Rückverbringung des Jugendlichen aus Wien, wo er wegen Mopeddiebstahls eine 10 tägige Polizeistrafe abzusitzen hatte, wurde mit Peter ausführlich gesprochen.
Das hat gestimmt. Ich habe während meiner Flucht aus Eggenburg ein Moped entwendet. Der Junge hat noch sehr wenig Realitätsbezug und stellt sich vor, dass er über Jugoslavien nach Ungar gelangen kann , um dort bei seinen Verwandten in eine Lehrstelle als Koch eintreten zu können.
Das stimmt auch.Ich hatte keine Vorstellung von der Situation an der Grenze zu dieser Zeit.
Peter versteift sich zunächst noch darauf,in eine Kochlehre vermittelt zu werden und zeigt sehr wenig Neigung und innere Bereitschaft,sich mit den Arbeitsbedingungen in der Bäckerei zu befreunden.

Der für Peter zuständige Erzieher wurde angewiesen sich besonders intensiv mit dem Jugendlichen zu beschäftigen ud zeitgerecht über seine weitere Entwicklung zu berichten
gezeichnet Direktor MATZ

4.9.1962
Jugendliche ist neuerlich von 16.8. bis 27.8.1962 abgängig.
Wurde in München aufgegriffen.

Nach dieser Flucht wurde ich auf die Strafgruppe verlegt. Gleich am ersten Abend kamen die berüchtigten zwei Erzieher der Strafgruppe und holten mich zur B E S P R E C H U N G. Diese Besprechung artete immer in Prügel durch diese Erzieher aus. Man wurde dann solange auf der Strafgruppe behalten bis man keine Merkmale einer Misshandlung gesehen hat. Ich habe Mitzöglinge gesehen die mit blutiger Nase oder blutigen Kopf von der Besprechung zurück kamen.
Es hat mich ja niemand gefragt warum ich von der Gruppe geflüchtet bin.


Es war immer dasselbe. Der Erzieher der Gruppe wo ich war ist sehr oft schon am Morgen schwer alkoholisiert auf die Gruppe gekommen. Er hat sich einen SKLAVEN gehalten den sogenannten Gruppenältesten (Gruppenstärksten) der wieder seine Sklaven hatte. Der Erzieher war selten auf der Gruppe anwesend. Ganz einfach weil er mit den Anderen Erziehern bei der Flasche war.
Die Erzieher und Meister der Werkstätten sind oft in der Backstube bei einem Doppler Wein gesessen.

Jeder NEUE auf der Gruppe wurde zuerst getestet wie stark er ist, und wieweit er sich etwas gefallen lässt. Ich habe mich auf keine Experimente eingelassen. Dafür war meine Strafe dass sich die Jungs in der Nacht um mein Bett stellten und mich von oben bis unten angepisst haben. Somit wurde ich zum Bettnässer der am Abend nichts mehr zu trinken bekam.Die Erzieher und Meister der Werkstätten sind oft in der Backstube bei einem Doppler Wein gesessen.
Ich hatte oft irren Durst. Die nächste Sache war dann, dass der Gruppenstärkste sich zu mir ins Bett legte und oralen Sex von mir verlangte. Mir ekelte und ich tat es nicht worauf er versuchte mich anal zu vergewaltigen. Da ich mich aber wehrte und laut geschrien habe wurde ich verprügelt.
Als der Erzieher kam wurde ihm vom Gruppenältesten erklärt, dass ich einen Raufhandel begonnen habe, und er dazwischen gehen musste. Mir hat man aber erklärt wenn ich was sage wie es wirklich war würde man mich jeden Tag verprügeln. Deshalb bin ich geflüchtet.

Bei der Besprechung wollte man es wieder nicht abnehmen, dass die Erzieher fast jeden Tag besoffen sind. Der Erziehungsleiter erklärte dem Dr. Steinhauser der extra von der MA11 wegen mir raus geschickt wurde, dass ich nur Lügen würde und alles nicht wahr ist. Man verwies auch auf meinen Akt in dem die mangelnde Wahrheitsliebe immer wieder angeführt wurde.

Nun blieb mir wirklich nichts Anderes übrig als sofort als ich auf die Strafgruppe zurück gebracht wurde eine Fensterscheibe zusammen zu schlagen und mit einem Sprung aus dem letzten Stock zu drohen. Nun wurde ich sofort wieder zu Dr. Steinhauser gebracht dem ich das Ganze nochmals erzählte.
Es war so, dass ich ja keinerlei Verletzungen von den Erziehermißhandlungen hatte aber ich wusste, dass noch zwei Mitzöglinge oben waren die solche Verletzungen aufwiesen. Diese Zwei wurden von den Erziehern geholt am Weg aber so präpariert, dass sie dem Dr. Steinhauser anlogen und sagten sie hätten gerauft. Nur konnte Dr. Steinhauser nicht wissen und ahnen, dass beide aus verschiedenen Gruppen waren.

Nun brachte man mich wieder auf die normale Gruppe. Der Erzieher gab den Befehl mich in Ruhe zu lassen.


5.9.1962
Der Junge ist wieder entwichen!

6.9.1962
Der Junge wurde vom hauseigenen LKW auf der Bundestraße Richtung Wien aufgegriffen, und sofort wieder zurück gebracht!
Da habe ich in einem Heuschober geschlafen und wollte zeitig am Morgen per Autostopp von Korneuburg nach Wien herein fahren. Ich konnte nicht ahnen dass der LKW so zeitig nach Wien fuhr.
7.9.1962
Schwer lesbare Aktennotiz:
Die zuverlässige Vorstellung des Jungen hat in der Kinder Psychiatrie AKH bei Doz.Dr.Spiel zu erfolgen.
Herr Schröckenfuchs muss einen Bericht verfassen und diesen dem Begleiter mitzugeben.
Der Bericht muss die Aussagen und Drohungen mit Selbstmod enthalten. Es soll auch angeführt werden,daß hier im Heim keine Möglichkeit besteht den Jungen so zu überwachen, daß die Ausführung seiner Drohungen unmöglich ist.
Sollten irgendwelche Schwierigkeiten auftreten soll Amtsrat Parfuß angerufen werden. Er ist jedoch von 9-1/2 11 Uhr nicht zu erreichen.Kontakt vorher oder nachher.
Herrn AR Parfuß Montag den 10.09.1962 mitteilen warum Zögling nach Gugging eingeliefert wurde. Ob er von der Entweichung oder vom Heim eingeliefert wurde.
14.8. entwichen
31.8.1962 überstellt worden.

Bericht vom Erziehungsleiter Schröckenfuchs vom 7.9.1962
Die Ereignisse überschlagen sich.

Bericht des Erziehungsleiters an Doz.Dr.Spiel Psychiater an der Kinder Psychiatrie des AKH Wien

Der Minderjährige befindet sich seit 11.7.1962 im Heim LINDENHOF in Eggenburg. Die persönlichen Daten und die Vorgeschichte mögen dem beigeschlossenen Führungsbericht entnommen werden. Peter wurde nun am 11.7.1962 als Bäckerlehrling eingestellt, er zeigte aber wenig Lust und innere Bereitschaft sich mit den Arbeitsbedingungen zu befreunden.
So kam es zu Entweichungen aus dem Lindenhof.
Nach der letzten Entweichung machte der Mj.einen besonders gestörten Eindruck und war nicht zu bewegen auf seine Gruppe zurückzukehren. In einer Aussprache gab er bekannt, daß es auf seiner Gruppe zu sexuellen Spielereien gekommen wäre. Er habe Angst vor seinen Kameraden.Dem Mj. wurde daraufhin Gelegenheit gegeben in isolierter Situation über seiene Entweichungsgründe zu berichten.
Er behauptet wörtlich Unglück,Schmerz und Tyrannei verfolgen mich.Was habe ich nun hier zu suchen,Meine Schuld werde ich selber tilgen. Ich habe mich fest entschlossen meinem Leben ein Ende zu bereiten.Ich habe mich selbst in diesen Sumpf hineinbegeben und man wirft mich immer tiefer hinein .... Jetzt fehlt nur mehr Gefängnis und der Richterspruch 7 oder 8 Jahre. Das soll mein Ende sein........

Da im offen geführten Heim LINDENHOF leider keine Möglichkeit besteht, den Mj, so zu überwachen ,daß die Realisierung seiner Drohungen unmöglich ist, bitten wir um Begutachtung und weiterer Veranlassung.

Wir glauben,daß eine Betreuung durch das Jugendambulatorium im Anbetracht der Homo Problematik des Jugendlichen richtig wäre.

Die Vorstellung des Mj.erfolgt über Auftrag der MA11 ( AR Parfuß)


Tagebuch Eintrag des Erziehers:
Juli 1962
Der Junge befindet sich seit Juli auf Gruppe 9
Im Benehmen ist Rieck übernervös, was auch von seiner Krankheit abhängig sein kann.Er klagt ständig über Magenschmerzen und befindet sich in ständiger Behandlung im hiesigen Marodenhaus. Auf der Gruppe verhält er sich ruhig. Vom Erzieher ist er leicht ansprechbar, wenn er auch bei seinen Gesprächen sehr viel lügt. Die Bäckerlehre die er ergriffen hat bereitet den Jungen wenig Freude.
Tagebuch Eintrag des Erziehers:
Juli 1962
Seine liebste Beschäftigung ist Steine sammeln. Im Sport durch seine Erkrankung nicht sehr leistungsfähig
September 1962
Der Junge befindet sich noch immer auf Gruppe 9. Sein Verhalten und seine Krankheit haben sich noch immert nicht verändert.
Rieck wurde am 15.9.1962 zur Kindesmutter entlassen.

15.9.1962
Entlassung aus EG. Beendigung der Fürsorgeerziehung wegen neurotischer Verwahrlosung, HOMO Tendenzen, und Suiziddrohungen. Aus diesen Gründen sofort zur KM entlassen.
Man hat es sich leicht gemacht. Es blieb alles beim Alten. Die Erzieher weiter besoffen, sowie die Meister in den Werkstätten. Weiter das System der Gruppenstärksten. Weiter das verdreschen der Jugendlichen durch Erzieher.
Heute würde man mit Allen auffahren was möglich ist.
Vom Untersuchungsausschuss bis zur Versetzung oder Entlassung der Erzieher. Das alte System war schon so eingefahren, dass es nur schwer war heraus zu kommen. Protest und Interventionen beim Erziehungsleiter waren nicht möglich da man sofort die Hölle gehabt hätte. Und wenn man sie gehabt hat dann ist man auf FLUCHT (Ritt) gegangen.

24.9.1962
Der Junge beginnt bei der Firma Riepl Bäckerlehre.
Zu dieser Zeithabe ich bei meiner Mutter und Großmutter in Zimmer Küche gewohnt. Mama und GM haben das Ehebett gehabtund ich habe ein Stahlrohrbett an der Wand zur Küche gehabt. Es war sehr beengt,.
Nun musste ich ja um 03:30 aufstehen da ich ja um 4 Uhr in der Bäckerei mit der Arbeit begonnen habe. Ab 05:30 bin ich dann mit dem Firmenmoped Brot und Semmeln ausführen gewesen dass ging dann oft bis 9 Uhr.


5.10.1962
Rücksprache mit der Chefin des Buben, die derzeit noch keine Klagen hat. Sie wird sich mit dem Jungen bemühen da er sehr ungeschickt und schwerfällig ist.

23.10.1962
Verhandlung wegen Mopeddiebstahl bei seiner 1. Flucht aus EG.
6 Wochen Arrest auf 3 Jahre bedingt und Unterstellung der Bewährungshilfe.

28.11.1962
Längere Aussprache mit dem Bewährungshelfer Schörg!

18.12.1962
Der Jugendliche schwänzt die Lehre






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