Familie Rieck


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1946 bis 1952

Lebensläufe

Beginnen wir von meiner Zeugung an bis zur Geburt.

Ich wurde laut Berechnungen im April 1945 gezeugt.
Wer mein Erzeuger war da stritten sich die Geister.Die einzige kompetente Auskunftsperson (meine Mutter) war immer sehr schweigsam und wollte dieses Thema nie erörtern.

Sie sagte immer FIX ist, dass mein Vater ein russicher Besatzungssoldat war der sie in einer Ruine vergewaltigt hat. Irgendwie konnte ich dies nie glauben.
Meine Mutter selbst 195cm groß und kräftig. Immer wieder kamen mir Zweifel.
Bis eines Tages einer der besten Freunde meiner Mutter im Alkoholrausch mich gefragt hat ob ich überhaupt weiß wer wirklich mein Vater ist. Die Russengeschichte ist nur eine Schutzbehauptung gewesen.
Großmutter gearbeitet hat und meine Mutter immer mitgenommen hat. Zu dieser Zeit war sie angeblich schon Witwe nach ihrem ersten Mann.
Der Kripobeamte war selbst schon verheiratet. Als ich auf die Welt kam nahm er sich das Leben durch Selbstmord mit der Dienstwaffe. Das aus dem Grund da er sich nicht
scheiden lassen konnte.

Somit musste ja wer als Erzeuger angegeben werden und was lag näher als die Geschichte mit der Vergewaltigung aufzutischen.
Ich sollte am 31.12.1945 zur Welt kommen. Aber am 3.1.1946 war es dann endlich soweit.
53cm groß und 3250Gramm schwer war ich nun auf der Welt.

4.3.1946
Der Gatte der KM ist angeblich am 6.2.1945 in einem Lazarett in Deutschland gestorben. Die KM hat den Brief mit der Todesnachricht angeblich verloren. Sie hat ihren Mann nun für Tot erklären lassen beim Gericht hat aber noch keinen Bescheid in Händen. Der KV ist laut Angaben der KM ein Russe, von dem sie angeblich vergewaltigt wurde.

KM wohnt mit dem Säugling bei Ihrer Mutter in einer Zimmer Küche Wohnung (3Erw. 1Kind) Der Bruder der KM wohnt auch noch bei ihnen.
Die KM wird von ihrem Bruder und ihrer Mutter unterstützt. Das Kind bekommt die Brust und ist sehr sauber gehalten,auch die Wohnung ist sehr sauber.

Somit galt ich als ehelich geboren und hieß Peter Oskar Holek. Bis die Todeserklärung kam und sich das Rechenexperiment nicht ausging. Dann war immer das Märchen vom Russen als Erklärung.

Kind ist gesund und kräftig, ist sehr nett gehalten. Wohnung sehr sauber. KM war nicht zu Hause, scheinbar macht zu Hause alles die GM des Kindes, die an dem Kind sehr hängen dürfte. GM gab an, dass die KM im August heiraten wird.
22.6.1946
Kind wie immer gut gepflegt. Ist sehr dick und lieb, hat gerade geschlafen. Verhältnisse unverändert.
Zu dieser Zeit war meine Mutter schon mit dem zukünftigen Stiefvater zusammen.Deshalb war meine Mutter nie zu Hause.Mich hat immer meine Großmutter versorgt.Ich bin immer bei der GM abgegeben worden weil ich der neuen Beziehung im Weg war. Ich bin ihr gar nicht böse deshalb. Weil ich nicht weiß was gewesen wäre wenn ich als Zuwage fungiert hätte. Mein Stiefvater hatte wahrlich kein Interesse an mir.



Meine Großmutter

22.7.1946
Kind wie immer sehr gut gepflegt. KM mit Kind zur Mutterberatung eingeladen da sie schon lange nicht dort war.
Jede Extra Vorladung war meiner Mutter zuwieder. Hat immer meine GM vorgeschickt. Offiziell war sie die gute Mutter aber in Wahrheit war ich ihr ständig im Weg.
14.10.1947
KM wird aufgefordert endlich den Totenschein ihres Gatten zu bringen!!!
16.10.1947
Kind gesund, und wie immer sehr gut gehalten. KM hat am 21.12.1946 geheiratet. Stiefvater ist Automechaniker bei der Firma Hinteregger in der Johnstraße.



Stiefvater will die Vormundschaft übernehmen und dem Kind den Namen geben.
Das war wieder ein Schachzug meiner Mutter. Mein Stiefvater hatte keinerlei Ambitionen mich als Sohn zu nehmen. Siehe Eintrag 11.10.1948!!!

11.10.1948
Kind ist gesund und lebhaft. Tadellos gepflegt von der Großmutter sehr verwöhnt. KM klagt über die Wortkargheit und Interessenlosoigkeit des Gatten, der dem Kind zwar nichts tut, sich aber nie mit ihmbefaßt. KM will nun arbeiten gehen, weil Lohn des Gatten unzureichend ist.
Kind wurde nun als außer ehelich erklärt!!!




Das war der Punkt wo meine Mutter den schwarzen Peter meinem Stiefvater zuschob damit man die Abschiebung von mir zur GM als Rettung ansah. Meiner Mutter war es nur Recht und meine GM betrachtete dies als Bestätigung ihrer Fürsorge um mich.
Ab 1949 bin ich jedes Jahr vom April bis Ende September in Eichgraben ber der Großtante und Großonkel LAUSECKER und UROMA (Leopoldine Waldinger) gewesen.



Urgroßmutter Großonkel Franz Großtante Marie
Great-great-uncle, great-aunt Marie Franz

Das war eine wunderschöne Zeit. Die Nachbarin eine Zigeunerin hatte eine Tochter die etwas älter als ich war. Mit der habe ich mich meist unterhalten. Es gab in unserem Garten jedes Obst der Saison.Beginnend mit den verschiedensten Kirschen und Weichseln, Marillen, Pfirsiche, verschiedenste Sorten von Birnen, Ribisel rot, weiß, und schwarz. Weintrauben und verschiedene Nüsse. Erdbeeren , Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren.
Ein Traum. Die Birnen waren so saftig, dass einem beim reinbeißen der Saft links und rechts herunter gelaufen ist. Der Geschmack war auch Himmlisch. Ich konnte keinen Vitaminmangel haben.

Im April 1950 kam meine Halbschwester Renate zur Welt. Nun war ich wirklich im Weg. Es war kein Platz mehr für soviele Personen. Ich wurde eifersüchtig auf meine Schwester, weil sich plötzlich alles um sie gedreht hat. Deshalb zog meine GM mit mir in den 14.Bezirk Penzingerstraße 136 wo sie einen Hauswartposten erhalten hat. Im Parterre wr der Eingan zu unserer Wohnung und dann noch zwei Wohnungen. Eine war in Deutscher Hand. Die Witwe eines Majors wohnte da und hatte als Untermieter den Direktor von Palmers Österreich Herrn Hering. Oma sagte immer Frau Major. Wie es bei uns in Wien immer üblich ist dass die Frau den Titel des Mannes auch bekommen hat. War er Direktor war sie auch die Frau Direktor. Die zweiten Mieter habe ich mir nicht gemerkt.
Hausherr war Dipl.Kfm. Hans Hartmann. Er bewohnte im 1. Stock die linke Wohnung. In der Rechten Wohnung war der Zahnarzt Dr. Neuschel mit Gattin (Opernsängerin). In dieser Wohnung hatte Dr. Neuschel auch seine Ordination.
Im 2. Stock wohnte Frau Ing. Wallner mit Sohn Peter. Er war glaube ich um 2 Jahre älter als ich.Dort wo unterhalb Dr. Neuschel die Ordination hatte. Durfte Peter seine wunderschöne Märklin Modellbauanlage aufbauen. Zumeist war die Ganze Strecke mit Oberleitung versehen. Wenn es draußen Finster war und wir im Finsteren Eisenbahn gespielt haben war es immer wunderschön. Die ganzen Signale und die bleuchteten Waggons und die Loks. Ein richtiger Bubentraum und das in einem eigenen Zimmer. An der einen Wand hatte er die Schachteln mit den ganzen Lpkomotiven und Waggons. Er hatte auch einen großen Verschiebebahnhof. Dann einen Kopfbahnhof mit 10 Geleisen und einen Durchgangsbahnhof mit 6 Gleisen. wir konnten auf drei Ebenen Fahren. Ober der Erde und im Gebirge und unter der Erde. Hier waren die Aufstellungsgeleise der Diversen Züge. Die Loks führen hinunter und holten sich die Waggon und fuhren dann oben. Nachher wurden sie dann wieder Rückwärt zurück aufs Abstell Gleis geschoben. Lok kam wieder herauf und wurde in den Lokschuppen oder Lokhalle gestellt. Es gab, Dampf, Diesel und Eloks mit Oberleitung.

Eine Zimmer Küche Wohnung wo das Wohnschlafzimmer im Parterre war und die Küche unten im Keller mit einer sehr steilen Holztreppe verbunden. Diese Treppe war aus Holz und auf Grund der Reinlichkeit meiner GM sehr rutschig. Ich bin zweimal Kopfüber diese Höllentreppe hinunter gestürzt ohne mir ernstlich weh zu tun. Außer blauen Flecken und Prellungen war alles in Ordnung. Die Küche war auch gleichzeitig Baderaum.
Alte Blechwanne mit warmen Wasser das war mein Bad. Im Winter war es sehr kalt weil die Küche ja zum größten Teil unter der Erde lag. Das war ein ganz neues Haus gerade fertig geworden und noch keine Mieter vorhanden. Heute kann ich mich noch an der besonderen Geruch erinnern der in dem Haus geherrscht hat. Besonders im Keller.
In dieser Zeit wohnte meine Mutter mit meiner Halbschwester im 15.Bezirk in der Selzergasse in der Sonderschule als Schulwartin. Im Haus gegenüber hatten die Schwiegereltern meiner Mutter einen Lebensmittelgroßhandel.
Ich kann mich noch gut erinnern. Ich war gelegentlich ein Wochenende bei meiner Mutter. Da gehörte die Schule und der Turnsaal mir Alleine.

02.01.12951
GM teilt mit, dass Peter am 14.12.1950 ins Wilhelminenspital mit Mittelohrentzündung und Bronchitis eingeliefert wurde.

27.01.1951
Peter ist noch kränklich. GM betreut ihn sehr liebevoll. Ärmliche aber nette Verhältnisse! BLITZSAUBER!!!

Meine GM war nicht nur in Ihrem Posten als Hauswartin Tipp Top sondern auch im eigenen Haushalt. Wäsche wurde immer sofort gewaschen. Im Punkt Sauberkeit konnte niemand meiner GM etwas schlechtes nachsagen. Sie war sehr geschätzt als Bedienerin.
Auf den Stiegen des Hauses konnte man essen. Sie pflegte die Steinstufen mit Pfeiffenton.Die waren weiß wie Marmor.

26.02.1951
Peter besucht nun den Kindergarten in der Cumberlandstraße 91

16.03.1951
Peter ist für sein Alter sehr groß, jedoch ängstlich. Pflege sehr gut.

23.05.1951
Peter erlitt bei einem Fahrradunfall eine Gehirnerschütterung, kann derzeit nicht in den Kindergarten gehen. War im Spital stationär aufgenommen. GM will ihn nicht in ein Erholungsheim geben. GM wurde zur Amtsärztlichen Untersuchung vorgeladen wegen Bewilligung der Pflegestelle.

Ich kann mich noch sehr gut erinner, Ich lag am Gang genau unter dem Telefon. Mit einer Gehirerschütterung ist es ja ein Horror über sich das läutende Telefon zu haben. Das ging durch Mark und Bein.

20.08.1951
Peter ist gesund, Sonnengebräunt, er ist bei Schönwetter im Penzinger Bad



Onno Kloppgasse /Ecke Hadickgasse Das Penzinger BAD mit zwei riesigen Becken mit Sprunggrube und einem Sportbecken 25Meter lang.oder er ist im Wienfluss bei der Braunschweiggasse baden.


GM sorgt liebevoll für Peter. GM wurde neuerlich zur Untersuchung vorgeladen.


13.11.1951
Peter ist wieder im Kindergarten. GM noch immer nicht bei der Untersuchung gewesen. Die Abnahme des Kindes wurde angedroht.
Das war für meine GM ein Alarmzeichen und ist nun endlich zur Untersuchung gegangen!

20.11.1951
Kind wird sehr nett gehalten. Ist sehr laut. Ordnet sich in die Gemeinschaft ein. Mag aber nicht Nachmittags nach dem Essen schlafen gehen.
Hier erinnere ich mich,dass der Tagesablauf eintönig war. Am Morgen brachte mich meine GM in den Kindergarten. Ich hatte umgehängt ein Körbchen mit Deckel in den war ein Apfel oder anderes Obst.
Ich hatte an der Garderobe als Kennzeichen die Schildkröte.
Wir bekamen ein Frühstück, meist Kakao und Butterbrot. Dann war spielen angesagt. Zu Mittag habe ich auch im Kindergarten gegessen.Nach dem essen aufs WC gehen ud dann in den großen Saal wo Holzpritschen lagen und wir uns da zum Mittagschlaf legen sollten.
Unruhiger Geist wie ich schon damals war war das für mich eine Tortur (Mittagsschlaf).
Ich trieb es immer mehr bis der Kindergärtnerin einmal der Geduldfaden gerissen ist und sie mich an den Rahmen der Pritsche gedonnert hat. Sie wurde sehr blass als ich ihr die wachsende Beule am Kopf zeigte. Sie nahm einen großen Suppenlöffel und drückte damit auf die Beule und kühlte diese mit Eiswürfeln. Da merkte ich das erste mal das Kälte für mich angenehm war.
Heute wäre soetwas nicht möglich!!!

Nach der Schlafstunde gab es eine Jause. Nach der Jause wurde wieder gespielt, gesungen gelegentlich gab es Kasperltheater.

02.01.1952
Peter kommt am 2.2.1952 zur Erholung nach Spittal am Sermmering für 5 Wochen.
Peter zeigt die vielen Sachen die er zu Weihnachten bekommen hat. Unveränderte Verhältnisse.


Ja, ich bekam von meiner Großmutter immer zu Weihnachten ein Spielzeug.
Einmal einen Ferngelenkten Panzer. Der spie Feuer welches wie von einem Feuerzeug von einem Feuerstein kam. Nur war der Feuerstein bald weg. Dann war es auch nicht mehr interessant.Niemand konnte mir einen neuen Stein einsetzen. Nächstes Jahr bekam ich einen Märklin Metallbaukasten. Das war interessant. Baute mir einen Kran der wohl funktioniert hat.
Aber irgendwie wurden dann einige Schrauben und Muttern verloren und es war aus mit dem Baukasten. Noch ein Jahr später bekam ich eine Kleinbahn Eisenbahn mit einem Rundkurs ohne Weichen und Signale. Die Lok war zum aufziehen mit einem Federwerk. Es wurde fest gespielt und es riss die Feder. Wieder kein Mann im Haus der das reparieren konnte. Neue Lokomotiven waren damals zu teuer.
So stand die Eisenbahn lange herum bis meine Großmutter sie beseitigte. Im Haus hatte ich einen Jungen gleichen Vornamens das war der Sohn der Frau Ingenieur der war drei Jahre älter als ich und hatte ein ganzes Extrazimmer nur für seine MÄRKLIN Eisenbahn. Eine Anlage mit vielen Weichen und sogar mit funktionierender Oberleitung.
.Es war immer ein Fest wenn wir am Abend wenn es dunkel wurde die Anlage in Betrieb nahmen. Man sah die Signale sehr gut und die beleuchteten Züge:Leider durfte ich nicht oft hinauf weil der Junge ins Gymnasium ging und sehr viel lernen musste.

06.05.1952
Peter fährt am 18.5.1952 nach Gaaden zur Erholung. Er war nicht in Spittal am Semmering, da er nicht geimpft war.
Diese Versäumnisse waren darauf hinzuführen dass die Fürsorgerinnen meiner GM ständig irgedwelche Vorschriften machten und sie deshlab jeden Kontakt mit ihnen auf ein Mindestmaß reduzierte.
Kind ist sehr oft auf der Straße, besucht keinen Kindergarten. GM angehalten besser auf das Kind zu achten.

Ja ich war sehr oft "auf der Straße". Richtig hätte es lauten müssen"Peter ist nicht zu Hause"! Ich war dafür bei der Maria Tante im Geschäft welches ein paar Häuser weiter war. Oder ich war beim Franz Onkel in der Penzingerstraße 121. Wenn ich gespielt habe dann meist mit den zwei amerikanischen Kindern die ums Eck in der Onno Klopp Gasse bei deren Großeltern wohnten. Da gab es oft Kaugummi und Popkorn.

08.09.1952
50 Schillinge werden als Beihilfe zum Einkauf einer Schultasche für Peter zu Handen der GM beantragt.
Da bekam ich wohl eine massive Lederschultasche mit zwei Fächern. Nur war die sehr schwer. Nur in der Hand tragen konnte ich sie nicht denn da taten mir bald die Hände sehr weh. Jetzt musste ich die Schultasche immer wie einen Rucksack am Rücken tragen. Da schnitten wieder die Trageriemen ein.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass meine GM immer etwas an den jungen Mentschern (Fürsorgerinnen) gefunden hat. Sie wollte sich nie etwas dreinreden lassen. Schon gar nicht mich für längere Zeit aus ihrer Obhut zu geben.
Es war immer ein Kampf und Krampf mit der Fürsorge. Noch dazu war meine Mutter nie präsent wenn es Entscheidungen gab.

Ich möchte nun auch von einigen Dingen erzählen an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. Beginnend mit dem Umzug von der Felberstraße in die Penzingerstraße alleine mit meiner GM. Sie war echt froh nun mit mir Alleine zu sein.
Ich muss sofort sagen meine GM war immer eine blendende Mutter. Sie hing an ihren Kindern.Von meinem Onkel Ossi die Frau wurde immer scheel angeschaut. Von meiner Mutter die Männer ebenso. Nun hatte sie mich Alleine.

Ich bekam immer das zu essen was mir am meisten unter die Nase ging. Sie verwöhnte mich wirklich. Meine GM war eine begnadete Köchin und Mehlspeisköchin. Leibgericht von meiner GM war Sauschwafferln, Sauhaxen, Bücklinge, und Olmützer Quargeln mit Butter.
Nun die Verwandtschaft in der unmittelbaren Umgebung. Beginnend mit meinem Onkel Ossi welcher mit seiner Frau Frieda und den Kindern Gottfried,und Sissy im Haus wo Marie Tante die Filiale der Niederösterreichischen Molkerei (Penzingerstraße128 Ecke Ruppertgasse) gehabt hat. In der Jenullgasse Stiege 8 wohnte die Urgroßmutter mit Tante Fini. Marie Tante wohnte in dem Haus Penzingerstraße 121 im Tiefparterre.
Meine GM half der Marie Tante immer wieder beim putzen der Filiale und des Milchgeschirrs. Dafür bekam sie immer Butter, Milch, Eier, Topfen und Mehl. Daraus machte sie immer wieder die leckersten Sachen. Ihre Mohn- und Powidlbuchteln waren einsame Spitze. Oma versorgte Onkel Ossi damit. Oma brachte diese Dinge sogar meinem Onkel auf den Verschubbahnhof PENZING.
GV wohnte in der Penzingerstraße 123. Später zog er in den Gemeindebau Penzingerstraße 150-162.
Wenn meine GM in der Filiale half war es für mich immer eine Freude wenn die Milchkannen frisch geöffnet wurden gab es am Deckel der Kanne immer leckeren Rahm. Wenn die Kannen geleert waren durfte ich mich an den Rahm am Deckel und im Kannenhals machen. Ich freute mich auch wenn GM frischen Brimsen bekam aus dem sie wieder einen sehr guten Liptauer machte.
In den Gebiet wo ich aufwuchs waren sehr viele Bombenruinen wegen dem Verschiebebahnhof Penzing und die Verbindungsbahn Penzing- St.Veit Maxing- Meidling.
Speziell zwei Ruinen Penzingerstraße 127 und Cumberlandstraße 77 waren bevorzugte Spielplätze. Bis eines Tages ein Bub in der Ruine Penzingerstraße 127 verschüttet wurde. Dann war echt Schluss mit diesem Spielplatz. Die Angst war größer.
Wir hatten auch Alle einen Selbstbau Trittroller aus zwei Brettern und zwei größeren Kugellagern.Nur waren wir damit nicht gerne gesehen da wir auf dem Katzenkopfpflaster einen Höllenlärm damit gemacht haben. Es war auch nicht schön darauf zu fahren.
Franzonkel und Marietante liesen mir vom Spengler ein Tretauto mit brennenden Scheinwerfern bauen.
Es war wunderschön. Brenzliche Situationen gab es wenn wir auf einer glatten Straße fuhren. Aber zu dieser Zeit gab es nicht so viele Autos. nach dem eine Straße und Gehsteig nach einander Asphaltiert wurden war es mit dem Lärm besser.
Im Sommer war das Penzinger Bad unser Spielplatz und Aufenthaltsort. Es reichte von der Hadickgasse bis zur Onno Kloppgasse und Penzingerstraße.Die Kabinen und Kästchen sind in Holzbaracken gewesen. Am Abend nach Badeschluss durften wir die Schlüssel einsammeln und Papierl glauben. Dafür durften wir das nächste mal Gratis ins Bad. Ich war die ganze Saison abonniert dies tun zu dürfen. Da gab es oft Rangeleien wer was machen durfte. Ich war meist bei der Schlüsselpartie. Es gab nie etwas Böses in diesem Bad. Es gab einen Blinden der hatte eine Traumfigur. Er war Buddybuilder. Dem sind die Mädels und Frauen nachgelaufen. Schade das er nichts gesehen hat aber viele liesen sich von ihm betatschen. Ich habe auch noch eine Einnahmsquelle gefunden. Vom Penzinger Stüberl konnte man direkt hinunter ins Bad gehen. Nur erwischen durfte einem keiner. Im Gasthaus habe ich Brezeln verkauft. Die haben immer ein paar Groschen gekostet und ich habe immer die Groschen auf die nächste 10 bekommen. So kamen auch immer 3 bis 4 Schillinge zusammen. Gelegentlich auch mehr.
Das war mein Geld für die Zeitung Wunderwelt oder für eine Micky Mouse. Leider hat die bald 5.-Schillinge gekostet. Die 5 Schillinge waren eine Aluminiummünze. So wie die 1.- und 2.- Schillingmünze und das 50 Groschen Stück.
Dann kamen die Kupfer Messing 20 Groschen Stücke.

So waren wir im Sommer immer recht braun gebrannt.
Dabei hatte ich einmal einen festen Sonnenstich bekommen weil ich eingeschlafen war. Da musste ich 14 Tage pausieren. Sonnenbrand und Sonnenstich hatte bald jemand von uns. Es gab wohl schon Sonnenschutzmittel aber für uns unbezahlbar. Aber es hat uns nichts angetan. Wir lagen oft sehr lange im Bad oder Wienfluss nur einschlafen durfte man nicht. Meine GM mußte mich öfters von einem Sonnenbrand erlösen mit ihren Hausmitteln.
Im Wienfluss haben die älteren Kinder Holzbretter vor die Durchflüsse gelegt und so das Wasser gestaut, dass wir sogar etwas schwimmen konnten. Das obige Bild zeigt den Wienfluss von Hietzing in Richtung Braunschweiggasse. Das war unsere Bezirks Riviera. Hier lagen im Sommer viele Leute. Wenn die Staus wieder abgeräumt wurden war an ein schwimmen nicht zu denken.Bei der Braunschweiggasse holte ich mir einmal eine riesige Schnittwunde am rechten Fuß.
Da lag im Wasser eine nicht sichtbare weiße Glasscherbe von einem Trinkglas. Ich wurde sofort zu Arzt gebracht der mich sofort verbunden hat.
Der Wienfluss war auch der Abfluss der Gerberei Winkler und Schindler welche am Kai gelegen ist. Wenn die Gerberei die Bottiche ausgeleert hat stank es furchtbar und wenn die Farbbottische ausgelassen wurden gab es Farbenspiele im Wienfluss.
Mich hat es immer gewundert, dass man im Wienfluss immer wieder ganz kleine Fische gefunden hat.
Beim Amtshaus Hietzing war die Zugwendeanlage der Stadtbahn Linie GD (Gürtel Donaukanal) Hier konnte ich Stundenlang stehen und zuschauen.
Am Sonntag war meist Familientag und da sind wir mit der Stadtbahn nach Hütteldorf gefahren um hinauf auf die Himmelhofwiese zu gehen.
Dort saßen wir dann bei Kaffee und leckerem selbstgemachten Kuchen und sahen unten die Endstation der Stadtbahnlinie WD. Wiental Donaukanal. Es war eine große Schleife und auch ein Garnituren Depot.Wenn ein schöner Sonntag war war auf der großen Wiese nicht viel Platz. Dann am Abend sah man wie eine Garnitur nach der anderen eingeschoben wurde um den Abfluss der Menschenmassen zu schaffen.
Nicht einmal passierte es dass ein Zug von Hütteldorf aus schon so voll war dass Leute noch zurück bleiben mussten.
Meine GM konnte einen Kaffee brauen, dass das ganze Haus gerochen hat. Er bestand aus Bohnen- Malz - und Feigenkaffee. Eine angenehme vollmundige angenehme Mischung. Der hatte ein Aroma und eine tolle Farbe.
Ich gäbe Viel ,könnte ich heute nochmals diese Qualität trinken.
Im Winter war es wieder so, dass am Wochenende Samstag und Sonntag auf der Himmelhof Sprungschanze Wettkämpfe stattgefunden haben. Man konnte auch Ski- und Rodelfahren. Es war sehr schön Heute ist dort alles total verbaut bis an die Mauer des Lainzer Tiergartens.
Im Winter wurde auch die Onno Kloppgasse für den Verkehr gesperrt und wurde zur Rodelstraße. Unten bei der Hadickgasse war ein großer Schneewall damit man nicht auf die Hadickgasse raus fahren konnte. Es ist aber immer wieder passiert dass jemand drüber schoss wenn er nicht rechtzeitig gebremst hat. Es ist aber nie etwas passiert weil fast kein Verkehr war.
Um im Winter zu bleiben möchte ich noch über einige schöne Dinge aus dieser Zeit erzählen.
So maximal 3 Wochen vor Nikolo und Krampus im November wurden die ersten Schaufenster rot dekoriert. Die Gassen und Gehsteige waren meist schon für uns Kinder Kniehoch verschneit. Eine wunderschöne Stimmung wenn es finster wurde und die Auslagen beleuchtet waren. Der große Greissler in der Penzinger Straße 126 war immer wunderbar dekoriert.
Die vielen verschiedenen Krampussackerl mit den aufgeklebten Krampus und Nikolo drauf. Die schönen Bananen, Orangen, Erdnüsse, Feigen und Boxhörndl, Mandarinen und Afrikanische Ananas. Lauter Dinge die sich nicht jeder leisten konnte. Ich habe da schon begonnen von dem Nikolaustag zu träumen wo ich meine Sackerl vor der Türe fand was da wohl heuer drinnen sein wird?
Ich bekam immer vom Hausherren wo meine GM in Bedienung war ein Sackerl mit den besten Leckereien. Schokoladekrampus, eine Spanschachtel der süßesten und klebrigsten Datteln,dann ein paar Mandarinen und Boxhörndl und einige Zuckerl.
Nach dem Nikolotag gingen wir Kinder mit Franziskerln (Holzkohlekegel mit eingepressten Weihrauch) oder mit glühender Holzkohle und Weihrauch aus der Kirche durch die Häuser und erzeugten so einen Duft des Advents.
Es gab den Silbernen und den Goldenen Sonntag vor Weihnachten da hatten die Geschäfte offen da wurden die letzten Weihnachtsgeschenke gekauft. Da zogen wir Kinder wieder Weihnachtslieder singend und räuchernd von Haus zu Haus und bekamen von den Leuten Schokolade, Nüsse, Mandarinen und wenn es ganz fein wurde eine Orange oder Banane. Das waren zu dieser Zeit teure Kostbarkeiten.
Meine erste Schule war die Volksschule in der Diesterweggasse, war wohl weit von zu Hause weg aber es gab genug zu sehen und zu erleben. Schräg gegenüber der Schule war die Kettenbrot Fabrik. Die Lieferwagen wurden durchwegs noch von Pferden gezogen. Oft wurde ich vom Rayonsverkäufer mitgenommen der das Brot ausgeführt hat zu meiner Tante Marie.
Ecke Cumberlandstraße und Diesterweggasse war der Fabriksladen da habe ich mir immer eine ganz frische ofenwarme Semmel gekauft und einen kleinen Bensdorp Schokolade. Diesen gab ich mir in die noch warme Semmel und so hatte ich mein erstes Nutella!!!
In der Schule bekamen wir noch die Schulmilch. Diese war auch sehr gut und hatte auch immer einen Rahmpfropfen. Das ist heute bei der Milch nie mehr zu bekommen.
Mir kommt oft vor wie wenn ich gefärbtes Wasser trinken würde.
Am Schulweg kam ich auch an der Penzinger Pfarrkirche vorbei.
In dieser Kirche wurde ich mit 6 Jahren vor einem Sonntags Hochamt getauft. Die anschließende Messe war eine wunderbare Messe mit großem Chor und Orchester und Orgel. Meine Marie Tante bezahlte alles. Meine Dankesmesse war auch zugleich die erste Messe in der ich als Ministrant assistiert habe.
Das große Messbuch mit dem Pult war sehr schwer und ich hatte große Angst dass ich mir auf mein Ministrantentalar (den mir Marie Tante nach Maß anfertigen lies) steige da er sehr lang war und ich mit dem Messbuch vielleicht der Länge nach hinfallen könnte. Der Angstschweiß stand mir auf der Stirn. Wer von meinen Freunden und Klassenkameraden hatte schon so eine schöne Taufe.
Wenn ich von meiner Taufe im Heim und in der Schule erzählte wurde ich immer gescholten ich soll nicht lügen und so arg aufschneiden. Weil an die Taufe könnte ich mich nicht erinnern. Erst als meine GM meinen Taufschein vorlegte war dann Ruhe. Nur Entschuldigt hat sich keiner bei mir. Kein Lehrer und auch kein Erzieher.
Aber in den diversen Führungsberichten steht immer Peter Lügt und hat eine rege Phantasie. Das ist mir immer gebleiben und hat sich wie ein roter Faden durch meine Berichte gezogen obwohl ich die Wahrheit erzählt habe.

Ich kann mich noch heute sehr gut erinnern, dass es eine wunderschöne feierliche Taufe und lange Messe war mit dem Chor und Orchester.
Zum Abschluss wurde das Lied "die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Beethoven gespielt und gesungen.
Es gab Leute die mir nachher gesagt haben das war die bewegendste Taufe die sie je gesehen und miterlebt haben
.

Hier oben waren oft Chor und Orchester bei den Hochämtern. Diese Orgel hat einen wunderschönen Klang.
Ich durfte auch immer wieder zu Mittag die Glocken läuten. Ich bin sehr oft von der Schule zur Kirche gelaufen um ja der Erste zu sein der dann die Glocken läuten durfte. Am Abend nach dem Rosenkranz oder einer Andacht durfte ich auch läuten.
Die große Glocke (Maria) die zog mich beim stoppen oft sehr hoch
.



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